Krebskomplikationen eindämmen: Patienten regelmäßig wiegen

Ungewollter Gewichtsverlust ist eine der häufigsten Komplikationen einer Krebserkrankung. Doch die gefährliche Gewichtsabnahme wird oft nicht erkannt – auch nicht von Ärzten. Diese Anamneselücke bewegt in dieser Woche auch die Teilnehmer des Kongresses „ernährung 2008“ in Hamburg, wo Ernährungsmediziner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz effiziente Methoden zur Ermittlung des Ernährungszustands diskutieren.

Der einfachste Weg, um schleichenden Gewichtsverlust zu erkennen, ist nach übereinstimmender Überzeugung von Fachleuten das systematische Wiegen der Krebspatienten über einen längeren Zeitraum. Mit der Aufklärungsaktion „Ungewollter Gewichtsverlust – Jeder Krebspatient muss auf die Waage“ möchte der Bundesverband der Hersteller von Lebensmitteln für eine besondere Ernährung daher Ärzte, Betroffene und Selbsthilfegruppen durch Aufklärung und gezielte Informationen für die systematische Erfassung des Körpergewichts Krebskranker sensibilisieren.

Ungewollter Gewichtsverlust kann in jedem Stadium einer Krebserkrankung auftreten und ist oft ihr erstes Symptom. Der Arzt kann einer durch Gewichtskontrolle erkannten Mangelernährung durch weitere diagnostische Maßnahmen auf den Grund gehen oder durch eine geeignete Ernährungstherapie entgegen wirken. Im Mittelpunkt soll dabei eine ausgewogene, ausreichende Ernährung stehen.

Fachleute schätzen, dass rund 20 Prozent aller Krebskranken wegen ihres schlechten Ernährungszustands sterben, nicht an der Ursprungserkrankung selbst. Der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen sieht bereits fünf Prozent Gewichtsverlust im Monat als Signal für eine ärztliche Intervention an.

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