Kann Marathon laufen gefährlich sein? Sportmedizin der TU München plant Studie von weltweiter Bedeutung

Regelmäßiges Laufen ist gesund. Ein Marathon stellt dagegen laut Studien eine außerordentliche Anstrengung für das Herz-Kreislaufsystem dar. Zur Ermittlung der gesundheitlichen Auswirkungen eines regelmäßigen Ausdauertrainings und der Extrembelastung eines Marathons sucht das Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München ab sofort 200 interessierte und motivierte männliche Läufer. Nach einer umfassenden Check up-Untersuchung werden diese am Sonntag, 12. Oktober, am München Marathon teilnehmen. Ein 3D-Echo unmittelbar nach dem Lauf sowie eine weitere große Untersuchung einen Tag nach der Veranstaltung sollen Forschungsergebnisse von weltweiter Bedeutung liefern. „Bislang gibt es noch keine Studie mit so vielen Teilnehmern und solch detaillierten Daten“, sagt Dr. Johannes Scherr. Gemeinsam mit Dr. Henner Hanssen und Professor Martin Halle betreut er die sogenannte MAGIC-Studie („MArathon, Genetics, Inflammation and the Cardiovascular system”).

Das Ziel: Risikoanalysen vor Marathons optimieren
„Ein Marathonlauf löst einen Entzündungsschub aus, der womöglich zu Herzschädigungen führen kann“, konkretisiert Dr. Scherr, was die Studie aufzeigen soll. Zudem möchten die Sportmediziner herausfinden, ob der Genotyp Einfluss auf das Ausmaß der Herzschädigung hat. „Mit solch einer großen Teilnehmerzahl können wir auch eine genetische Aussage treffen.“ Risikoanalysen im Vorfeld von Marathons sollen durch die Studienergebnisse künftig optimiert werden, ergänzt Dr. Hanssen. Zur Umsetzung der aufwendigen Studie stellt Philips zehn modernste Ultraschallgeräte zur Verfügung, mit denen direkt nach dem Marathon alle 200 Läufer innerhalb von maximal zwei Stunden nach dem Zieleinlauf untersucht werden sollen.

Männer zwischen 30 und 60 Jahren
Gesucht werden für die Marathonstudie ab sofort 200 Männer zwischen 30 und 60 Jahren. Alle Leistungsstufen sind gewünscht – vom drahtigen bis zum adipösen Läufer. „Alle Teilnehmer sollten jedoch mindestens schon einen Halbmarathon absolviert haben“, sagt Dr. Hanssen.

Das erwartet die Teilnehmer:
• professionelle, kompetente und kostenlose Betreuung auf höchstem Niveau. Langjährige Erfahrung durch Betreuung zahlreicher Profisportler und Nationalmannschaften.
• im September sowie einen Tag nach dem Marathon: Check up-Untersuchung mit Schwerpunkt Herz-Kreislaufsystem im Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München
• direkt nach dem Zieleinlauf: 3D-Echo in der Werner von Linde-Halle im Olympiapark

Anforderungen an die Teilnehmer:
• Bereitschaft zu umfassenden medizinischen Checks
• Motivation und Durchhaltevermögen für Training und Wettkampf
• Einverständnis zur Teilnahme an einem wissenschaftlichen Projekt

Anmeldung ab sofort unter Tel.: 089 / 289 244 19.

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