Deutsche setzen stark auf Hausmittel

Wie gehen die deutschen Patienten mit leichten Beschwerden um? Welche Kriterien sind für sie bei der Auswahl von rezeptfreien Medikamenten wichtig, und wie möchten sie sich in Zukunft über die Behandlung leichter Beschwerden informieren? Diese Fragen beantwortet eine aktuelle Nielsen-Studie, die zusammen mit der AESGP (Association of the Euro-pean Self Medication Industry) erstellt wurde. Befragt wurden mehr als 28.000 Internetnutzer in 51 Ländern.

Die meisten Deutschen (81%) warten erst einmal ab, bevor sie bei leichten Beschwerden zu Medikamenten greifen. Nur 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie immer bzw. meistens bereits bei den ersten Anzeichen leichter Beschwerden Medikamente einnehmen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Großteil der Deutschen bei leichten Beschwerden nichts unternimmt. Im Gegenteil: Fast ein Drittel jener, die erst einmal abwarten, nutzt andere Behand-lungsmethoden. Damit liegen die Deutschen deutlich über dem internationalen Schnitt (15%). „Die Deutschen setzen bei leichten Beschwerden überdurchschnittlich oft auf andere Behandlungsmethoden als Medikamente. Die bekannten Hausmittel genießen in Deutschland anscheinend sehr hohes Vertrauen“, erklärt Bernd Wilhelm, Director Pharma & Healthcare bei Nielsen Deutschland. Ihre Zurückhaltung gegenüber einer frühzeitigen Einnahme von Medikamenten begründen 40 Prozent mit einer möglichen Gesundheitsgefährdung bei Selbstmedikation. 11 Prozent gehen zum Arzt, bevor sie Medikamente einnehmen.

Wissen über die Wirkung ist entscheidend Bei der Auswahl von rezeptfreien Medikamenten setzen die Deutschen vor allem auf ihre eigenen Erfahrungen: Für 48 Prozent ist es wichtig zu wissen, dass es wirkt. Am zweitwichtigsten ist das Wissen, dass das Produkt sicher ist (38%). Auch das Vertrauen in das Produkt ist ein wichtiger Aspekt (34%). Danach folgen die schnelle Wirkung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Weniger wichtig sind den Deutschen eine einfache Anwendung (10%) sowie die Gewohnheit (8%) oder ein vertrauenswürdiger Name (8%).

Mehr Information durch Ärzte und allgemeine Gesundheitserziehung Damit die Deutschen auch in Zukunft auf die eigene Gesundheit achten und kleinere Beschwerden behandeln können, wünschen sie sich vor allem mehr Informationen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mehr Unterstützung durch die Ärzte (37%), gefolgt von mehr Gesundheitserziehung (36%). An dritter Stelle (33%) steht der Wunsch nach besseren Informationen auf oder in der Medikamentenverpackung.

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