Neue wissenschaftliche Analyse zeigt: Gefühlte Temperatur beeinflusst Erkältungen

Das Wetter beeinflusst die Gesundheit und kann virale Atemwegsinfekte wie Erkältungen begünstigen. Dieser Zusammenhang ist seit langem bekannt. Unklar war bisher, welche Wetterfaktoren sich wie stark auswirken. Jetzt hat eine wissenschaftliche Analyse von den Biometeorologen Professor Dr. Andreas Matzarakis aus Freiburg und Professor Dr. Panagiotis Nastos aus Athen gezeigt: Die von einem Menschen gefühlte Temperatur (wahrgenommene thermische Umgebung) hat den größten Einfluss auf das Entstehen einer Erkältung. Wer sich schützen will, sollte sich daher nicht nur am Thermometer orientieren, sondern auch seinem eigenen Temperatur- beziehungsweise Wetterempfinden vertrauen. Auf www.erkaeltung-online.de informiert das Complex-O-Meter ab Herbst 2008 täglich über die gefühlte Temperatur und zeigt außerdem die Erkältungssituation für 36 Regionen in Deutschland an.

„Unsere Untersuchung hat erstmals eine statistisch signifikante Beziehung zwischen den in Apotheken verkauften Erkältungspräparaten und Wetterdaten belegt“, berichtet Studienleiter und Biometeorologe Professor Dr. Andreas Matzarakis. „Daraus können wir ableiten, dass bei bestimmten Wetter- und bioklimatischen Bedingungen Erkältungskrankheiten gefördert werden.“ Besonders interessant ist die Tatsache, dass das individuelle Wärmeempfinden eines Menschen die größte Rolle spielt und nicht etwa rein meteorologische Daten wie die gemessene Lufttemperatur. Sinkt die gefühlte Temperatur drastisch um zehn Grad Celsius, steigt die Wahrscheinlichkeit für den Erkältungspräparateverbrauch – ein Indikator für die Erkältungshäufigkeit – um 27 Prozent, so ein Ergebnis der Analyse.

Die gefühlte Temperatur ist eine künstlich ermittelte Größe, die auf dem Energie-, beziehungsweise Wärmeaustausch des Menschen mit seiner Umgebung beruht. Der Wärmehaushalt des Menschen reagiert nicht nur darauf, wie warm es draußen ist, sondern auch auf Windgeschwindigkeit, ob es feucht oder trocken und wie die Sonnenstrahlung ist. Entscheidend ist außerdem die Bekleidung und ob sich jemand bei sonst gleichen meteorologischen Bedingungen bewegt, also zum Beispiel körperlich arbeitet oder ruhig irgendwo sitzt. Außerdem beeinflussen Körpergröße, Gewicht und Alter die gefühlte Temperatur.

Neben der gefühlten Temperatur haben auch die Lufttemperatur und der Taupunkt – eine Gradzahl, die angibt, wann Wasserdampf kondensiert – bedeutenden Einfluss auf das Entstehen einer Erkältung.

Vor allem Menschen mit Kreislaufproblemen, die besonders temperaturempfindlich sind, sollten sich daher vor Wettereinflüssen schützen, damit sie sich nicht erkälten. Das bedeutet allerdings nicht, sich nicht mehr nach Draußen zu wagen. Im Gegenteil: Wer sich täglich im Freien aufhält – am Besten bei einem strammen Fußmarsch oder Sport – härtet seinen Körper ab und trainiert das Immunsystem. Wichtig dabei ist, sich im Behaglichkeitsbereich zu bekleiden. Kommt es dennoch mal zu einer Erkältung, helfen rezeptfreie Präparate aus der Apotheke. Aspirin Complex zum Beispiel wirkt bei den häufigsten gleichzeitig auftretenden Beschwerden wie Schnupfen, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Der Erkältungsstau wird gelöst, ohne den Körper zu belasten.

Grundlage der aktuellen Analyse waren die Daten des Instituts für Medizinische Statistik (IMS) für den Erkältungsmittelabsatz und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die meteorologischen und bioklimatischen Daten in Deutschland im Zeitraum von Mai 2004 bis Ende 2007.

Weitere Informationen unter www.erkaeltung-online.de

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