PSYCHOLOGIE: Siegesposen sind angeboren

Die typische Geste des Triumphes kennen selbst Sieger, die blind sind und die Pose niemals gesehen haben. Wie das Magazin GEO in seiner November-Ausgabe meldet, hat die Psychologin Jessica Tracy das spontane Verhalten von blinden Judoka bei der Behindertenolympiade 2004 untersucht und mit jenem normalsichtiger Judokämpfer verglichen. Dabei entdeckte die Forscherin der University of British Columbia, dass die Triumphgesten von sehenden und blinden Sportlern aus völlig verschiedenen Kulturkreisen fast identisch waren:

Immer rissen Sieger die Arme V-förmig in die Höhe, immer streckten sie ihre Köpfe nach oben und leicht nach hinten, immer blähten sie ihre Brust auf. Nicht so deutlich fiel das Ergebnis bei Gesten der Scham nach einer Niederlage aus: Während blinde Athleten sowie sehende aus Asien offenkundig niedergeschlagen waren, kaschierten sehende Judoka aus Europa und den USA oft ihre Enttäuschung. Jessica Tracy vermutet daher, dass die Gesten der Scham kulturell beeinflusst sind; stolzes Gebaren ist dagegen angeboren.

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