Rotwein schützt die Leber

Es klingt paradox, aber vielleicht könnte Rotwein in moderaten Mengen die Leber vor Alkoholschäden bewahren. Bekannt ist, dass dauerhafter und zu großer Alkoholkonsum den Fettstoffwechsel in der Leber verändert. Die sogenannten „Fettleber“ bildet sich. Legt man dann nicht die absolute Bremse bei allen Leberfeinden ein, vor allem Alkohol, kann die Fettleber in einer Zirrhose enden. Dabei gehen immer mehr Leberzellen zu Grunde, bis das lebenswichtige Entgiftungsorgan nicht mehr funktionsfähig ist. Der sekundäre Pflanzenwirkstoff Resveratrol, der direkt unter der Haut von roten Trauben gebildet wird und damit in großen Mengen in Rotwein enthalten ist, könnte diese Entwicklung jedoch abbremsen. Resveratrol moduliert den Fettstoffwechsel in der Leber derart, dass Fett dort nicht mehr angelagert, sondern abgebaut wird, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der University of South Florida.

Der Hintergrund: Alkohol hemmt zwei Moleküle (AMPK und SIRT1), die im Stoffwechsel der Leber für Fettabbau sorgen. Resveratrol wirkt genau umgekehrt: Dieses Polyphenol aktiviert die Moleküle wiederum und schützt damit die Leber vor Alkoholfolgen. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung unter der Leitung von Joanne Ajmo. Die Wissenschaftler teilten dafür eine Anzahl von Mäusen in Gruppen ein. Alle wurden mit einer fettarmen Diät gefüttert. Die erste Gruppe bekam zusätzlich Resveratrol, die zweite Resveratrol plus Alkohol in Form von Ethanol, die dritte nur Ethanol und die vierte bekam als Kontrollgruppe ausschließlich die Diät. Nach Testende stellte sich heraus, dass der Pflanzenstoff die entsprechenden Moleküle aktiviert hatte und einer durch den Alkohol verursachten Fettleber entgegen wirkten. Doch nicht nur das: In Kombination mit Alkohol scheint Resveratrol noch effektiver zu sein.

Dieses Ergebnis soll jedoch kein Freibrief dafür sein, exzessiv Rotwein zu trinken, warnen die Wissenschaftler. Denn Alkohol kann nicht nur die Leber schädigen, sondern auch andere Organe. Wer jedoch gerne moderat trinkt, tut das mit Rotwein vielleicht mit weniger negativen Folgen für die Gesundheit. Besonders reich an Resveratrol sind dunkle Rotweine. Und eine gute Alternative sind Traubensäfte.

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