Omas Hausmittel: Wirkung wissenschaftlich bestätigt

Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und an der Berliner Charité setzen Ärzte auf bewährte Hausrezepte. Ob Thymiantee gegen Husten, Gewürznelken bei Zahnschmerzen oder Hühnersuppe bei Erkältung – viele alte Hausmittel sind selbst nach den strengen Kriterien der Schulmedizin wirksam. Über die entsprechenden Studienergebnisse berichtet die aktuelle Ausgabe von GEO WISSEN zum Thema „Sanfte Medizin“. Hühnersuppe etwa hemmt die Bewegungsfähigkeit bestimmter weißer Blutkörperchen, der Neutrophile, die Erkältungssymptome wie geschwollene Schleimhäute hervorrufen. Thymiantee reduziert Hustenattacken um 70 Prozent besser als ein Scheinmedikament. Und eine Gewürznelke lindert Zahnweh ebenso wirksam wie das synthetisch hergestellte Lokalanästhetikum Benzocain.

„Die Nachfrage der Patienten nach Hausmitteln ist groß“, sagt Michael Teut, Ärztlicher Leiter der Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin am Universitätsklinikum Charité in Berlin. Ärzte dort behandeln Patienten, die unter einem Reizdarm leiden, mit Indischem Flohsamen und Kamillentee; Kniegelenksathrosen lindern sie mit Weidenrindenextrakt, Blutegeln oder Kohlwickeln. Im anthroposophisch orientierten Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke kurieren Kinderärzte fiebrige Lungenentzündungen mit Quark- und Senfwickeln sowie mit Inhalationen von Kamille- und Thymiandämpfen. Mediziner dort schulen auch Eltern, damit die sich am Krankenbett der Kinder weniger hilflos fühlen.

Die Berliner Charité bietet sogar ein breites Programm an, mit Kursen etwa zur Zusammenstelllung einer „grünen Hausapotheke“. Sehr beliebt sind auch die Kräuterspaziergänge, bei denen die Zutaten für die Hausmittel selbst gesammelt werden.

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