Studie – Apotheker befürchten negative Auswirkung auf Verbraucher durch Wandel des Apothekenmarktes

77 Prozent der deutschen Apothekerinnen und Apotheker gehen davon aus, dass sich der Wandel des deutschen Apothekenmarktes negativ auf die Verbraucher auswirken wird. Dies ergab eine aktuelle Befragung von rund 320 Apothekern durch die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Steuer-, Rechts- und Unternehmensberatung DR. SCHMIDT UND PARTNER. Die bundesweit durchgeführte Studie „Apothekenmarkt 2008 – Eine Branche im Umbruch“ offenbart ein deutlich negatives Stimmungsbild unter den deutschen Pharmazeuten, das sich sowohl auf ihre eigene Situation als auch auf die Folgen für die Apothekenkundenkunden erstreckt. Sorge bereitet vor allem der tief greifende Transformationsprozess, den der heimische Apothekenmarkt vor dem Hintergrund zunehmender gesetzlicher Regulierung und steigendem Wettbewerbsdruck durchläuft.

Dass sich der deutsche Apothekenmarkt bereits jetzt in einem gravierenden Umwälzungsprozess befindet, bestätigt mit 95 Prozent die überwiegende Mehrheit der Studienteilnehmer. Entsprechend gehen 71 Prozent fest davon aus, dass das Fremd- und Mehrbesitzverbot ganz oder teilweise aufgehoben wird. In Luxemburg verhandelt derzeit der Europäische Gerichtshof EuGH über die Rechtmäßigkeit dieser deutschen Regelungen, die anders als in anderen europäischen Staaten unter anderem die Bildung von Apothekenketten verbieten.

Druck auf inhabergeführte Apotheken steigt

Der Marktwandel dürfte nach Meinung von 84 Prozent der deutschen Pharmazeuten vor allem zu Lasten des etablierten Modells der inhabergeführten Apotheke gehen und den bereits bestehenden wirtschaftlichen Druck weiter erhöhen. 57 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass es ihrer Apotheke in fünf Jahren schlechter als heute gehen wird; lediglich 15 Prozent erwarten eine Verbesserung ihrer Situation. Ein noch klareres Bild ergibt sich bei der Frage, wie es den deutschen Apothekern insgesamt in fünf Jahren gehen wird: 81 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Lage des eigenen Berufsstandes, lediglich knapp 3 Prozent glauben an eine Verbesserung.

Auch die Perspektive der gesamten Branche wird skeptisch gesehen: 61 Prozent schätzen die weitere Entwicklung des deutschen Apothekenmarktes negativ ein. Während 17 Prozent mit keiner Veränderung rechnen, hat lediglich gut ein Fünftel positive Zukunftsaussichten.

Überzeugende Konzepte für die Zukunft fehlen

93 Prozent der befragten Apotheker ist nicht der Meinung, dass der derzeit stattfindende Marktwandel bisher ausreichend öffentlich thematisiert oder gar verstanden wurde. Auch eine konstruktive Debatte über die Folgen sowie mögliche Zukunftsperspektiven ist aus Sicht von 81 Prozent bislang ausgeblieben.

Eine überwältigende Mehrheit von 91 Prozent der Studienteilnehmer wünscht sich daher eine breite Diskussion über ihre Situation und mögliche Zukunftsperspektiven. Wie diese Zukunft aussehen kann, ist allerdings ebenfalls unsicher: Nur 28 Prozent der Befragen sind der Meinung, dass es bereits heute tragfähige Konzepte auf dem Markt gibt, mit denen die wirtschaftliche Zukunft der inhabergeführten Apotheken auch in einem sich wandelnden Marktumfeld sicher gestellt werden kann. 38 Prozent wissen nicht, ob es solche Konzepte bereits gibt; rund ein Drittel verneint die Frage sogar.

„Die von uns durchgeführte Studie zeigt deutlich: Die derzeit im Markt existierenden Modelle sind einerseits kaum bekannt und können andererseits die Apothekerinnen und Apotheker nicht überzeugen. Wir brauchen deshalb schnellstmöglich eine Antwort auf die Frage, wie die hiesigen Pharmazeuten auch in Zukunft eine flächendeckende, sichere und qualitativ hochwertige Versorgung mit Arzneimitteln sicherstellen können“, so Matthias Sabel, Initiator der Studie bei DR. SCHMIDT UND PARTNER.

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