Besser sehen trotz Grauem Star

Fast jeder Zweite im Alter von über 65 Jahren ist vom Grauen Star betroffen. Die häufig altersbedingte Krankheit kann jedoch auch viel früher einsetzen. Besonders dann ist es für die Patienten von großer Bedeutung, eine Behandlung zu erhalten, mit der sie ihre Lebensqualität erhalten können.

Die erste „personalisierte“ Kunstlinse beim Grauen Star.

Als dritte Augenklinik in Deutschland setzt die Potsdamer Augenklinik seit Juli 2008 bei der Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) eine neue Kunstlinse ein, die sogenannte durch Licht anpassbare Calhoun Light Adjustable Lens (LAL). Diese wird rund zwei Wochen nach der Implantation mit einer exakt dosierten UV-Bestrahlung „feinjustiert“. Damit ermöglicht die von Chemie-Nobelpreisträger Prof. Robert Grubbs entwickelte Linse die zielgenaue Korrektur des persönlichen Brillenwertes. Für die Ferne ist eine Brille somit nicht mehr erforderlich. Die LAL gilt als erste „personalisierte“ Kunstlinse, die ergänzt um eine UV-Bestrahlung komplett an die individuellen Werte des Patienten angepasst werden kann.

Die durch den Grauen Star getrübte Linse wird bei einer Katarakt-Operation grundsätzlich entfernt und durch eine Kunstlinse (IOL) ersetzt. Ziel ist die Erreichung eines Restbrillenwertes unter +/- 0,5 Dioptrien. Laut Statistik wird dies mit einer Standard-IOL jedoch nur bei rund 30 Prozent der operierten Patienten erreicht. Ursache ist trotz aufwendiger präoperativer Diagnostik, verbesserten Operationsmethoden sowie hoher Präzision bei der Herstellung von Kunstlinsen hauptsächlich der Abstand der eingesetzten neuen Linse von der Hornhaut. Trotz umfangreicher Erfahrungen ist dieser im Einzelfall nicht sicher vorherzusagen.

Der Vorteil der neuen LAL-Intraokularlinse liegt darin, dass mit der UV-Bestrahlung Korrekturen von bis zu +/- 2,0 Dioptrien sphärisch und um 1,5 Dioptrien im Zylinder durchgeführt werden können. Rund drei Sitzungen zur „Nachjustierung“ durch die UV-Bestrahlung ab der dritten post-operativen Woche sind erforderlich. Bis dahin muss der Patient jedoch ständig eine UV-absorbierende Brille tragen.

Thomas Müller wäre als Fernfahrer berufsunfähig geworden, hätte er nicht die LAL-Linse implantieren lassen können. Ende Oktober 2008 operierte Dr. Volker Rasch sein erstes Auge und nach sechs weiteren Tagen sein zweites Auge. Rund drei Wochen nach der Operation wurde die Linse in zwei Sitzungen „nachjustiert“ und seither kann der 45jährige auf eine Brille verzichten. „Ich bin froh, dass ich meinen Beruf auch weiterhin ohne Probleme ausüben kann“ beschreibt er seine Eindrücke unmittelbar in den ersten Tagen nach Beendigung der Behandlung. „Ohne die neue Kunstlinse hätte es für mich das Aus in meinem Beruf bedeutet.“

In der Potsdamer Augenklinik wurde seit Juli 2008 bereits bei 11 Augen die neue Calhoun Light Adjustable Lens (LAL) eingesetzt.

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