Einfallstore für Arzneimittelfälschungen sofort schließen

Die deutschen Apotheker unterstützen die Europäische Kommission in ihrem Bemühen, den illegalen Handel mit gefälschten Arzneimitteln künftig stärker zu bekämpfen. „Betrüger und Kriminelle kennen keine Grenzen, so dass der Kampf gegen gefälschte Arzneimittel und illegale Internetapotheken europaweit geführt werden muss“, erklärte Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zum Richtlinienvorschlag von EU-Kommissar Günter Verheugen.

Verheugen zufolge sollen individuelle Produktcodes und Packungssiegel dafür sorgen, dass der genaue Weg der Arzneimittel vom Hersteller zum Patienten jederzeit nachvollziehbar ist. Die ABDA führt bereits Gespräche mit Herstellern und Großhändlern über ein technisches Modell für eine neue Packungscodierung mit EDV-gestützter Identifizierung von Arzneimitteln in der Apotheke. Dieses Model stammt vom europäischen Herstellerverband EFPIA.

Verheugen fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, die nationalen Gesetze zur Bekämpfung von illegalen Anbietern durchzusetzen. „Illegale Internetapotheken sind ein unkontrollierbares Einfallstor für Arzneimittelfälschungen. Die Politik in Brüssel und Berlin muss diesem Treiben ein Ende machen“, sagte Wolf. Es wäre ein erster Schritt, den Versand rezeptpflichtiger Arzneimittel auch in Deutschland zu verbieten.

Nach Angaben der EU hat die Zahl der Arzneimittelfälschungen im Jahr 2007 um 51 Prozent zugenommen. Im Jahr 2006 lag die Steigerungsrate sogar bei 384 Prozent gegenüber 2005. Neben so genannten Lifestyle-Produkten, wie potenzsteigernden Mitteln, werden auch immer mehr lebenswichtige Arzneimittel gegen Cholesterin oder Bluthochdruck illegal kopiert.

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