Wenn der Knall zum Trauma wird – Silvesterböller können Hörschäden verursachen

Sie gehören zu Silvester wie Bleigießen, Eiserkuchen und das obligatorische Glas Sekt um Mitternacht: Feuerwerkskörper und Silvesterböller. Doch neben ihrem ursprünglichen Sinn, nämlich die bösen Geister zu vertreiben und das neue Jahr willkommen zu heißen, kann ihr Lärm und das laute Knallen noch eine ganz andere, gefährliche Wirkung mit sich bringen: das Knalltrauma.

Ein Knalltrauma erleidet man durch einen zu hohen Schallpegel. Silvesterböller können einen Schallpegel von bis zu 175 dB(A) erreichen – wesentlich mehr als beispielsweise ein Presslufthammer oder sogar ein startender Düsenjet. Da der Schall aber nur kurz – eben nur für den Sekundenbruchteil des Knalls – wahrgenommen wird, erscheint er uns nicht so laut. Solch ein Knall kann jedoch weitreichende Folgen haben. Denn sind die empfindlichen Haarzellen des Innenohrs einmal zerstört, können sich diese nicht mehr erholen. Die dadurch resultierende Hörminderung bleibt unwiderruflich bestehen.

Am Jahresanfang haben die HNO-Ärzte deshalb alle Hände voll zu tun, denn jedes Jahr kommen rund 8.000 Patienten in die Praxen und Ambulanzen, weil sie über dumpfes Hören klagen. Als eine weitere Folge kommen häufig Ohrgeräusche hinzu, die oftmals länger andauern und im schlimmsten Fall gar nicht mehr weggehen. Dann spricht der Fachmann vom so genannten Tinnitus. Es rauscht, pfeift, piept oder summt im Ohr.

Um derartige Auswirkungen eines Knalltraumas zu vermeiden, hat Christina Rempe, Dipl.-Ing. für Hörtechnik und Audiologie bei Geers Hörakustik, einige Tipps parat: „Generell sollte man beim Silvesterfeuerwerk einen ausreichenden Abstand zu Böllern & Co. einhalten und darauf achten, dass keine Knallkörper oder Schreckschusspistolen in Ohrennähe abgefeuert werden.“ Wer seine Ohren vor bleibenden Schäden bewahren will, sollte einen entsprechenden Gehörschutz verwenden. „Für die einmalige Anwendung an Silvester reichen einfache Ohrstöpsel schon aus. Wer sein Gehör aber dauerhaft schützen möchte, weil er z. B. beruflich häufig Lärm ausgesetzt ist, der sollte sich einen individuellen Gehörschutz anfertigen lassen, um eine optimale Passform und sehr gute Dämmeigenschaften zu garantieren“, erklärt Christina Rempe.

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