Grippe-Alarm 2009: Robert Koch-Institut setzt Infektionsindex auf Höchststufe

Die Grippewelle in Deutschland hat bereits in den ersten Januarwochen überdurchschnittlich viele Menschen infiziert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts stieg der Aktivitätsindex für akute respiratorische Erkrankungen (ARE) bundesweit auf die Maximalstufe vier – das bedeutet ein stark erhöhtes Infektionsniveau. Besonders die Unternehmen zeigen sich von dieser Entwicklung bedroht.

Nach Angaben von 61 Prozent der Fach- und Führungskräfte war die Influenzaerkrankung bereits 2008 der häufigste Grund für Arbeitsausfälle der Belegschaft. Gleichzeitig ist die Grippeprävention auf betrieblicher Ebene seit dem vergangenen Jahr rückläufig. Nur 45 Prozent boten Grippeschutzimpfungen an, um ihre Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen. Das bedeutet einen Rückschritt um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Das ist das Ergebnis der Studie „Saisonale Gesundheitsrisiken“ des IMWF Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung in Hamburg und handelsblatt.com. 257 Fach- und Führungskräfte verschiedener Branchen haben an der Befragung teilgenommen.

Noch schwächer als der Impfschutz fällt die Informationspolitik auf betrieblicher Ebene aus. Hinweise zu hygienischen Maßnahmen und Verhaltensempfehlungen werden nicht einmal in jedem fünften Betrieb zugänglich gemacht. Diese Entwicklung gibt Grund zur Sorge, wenn es um weit größere Herausforderungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement geht. Eine Influenza-Pandemie, also die Länder und Grenzen überschreitende Massenerkrankung von Arbeitnehmern, erfordert beispielsweise von den Unternehmen ein deutlich höheres Engagement. Dabei sind nicht einmal Konzerne auf die weit geringeren Gefahren der aktuellen Grippesaison gut vorbereitet. In Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern konnten sich bisher nur ein Drittel  der Unternehmen dazu entschließen, ihr Personal über die Gefahren der Grippesaison zu informieren. Auch dies bedeutet ein Rückschritt gegenüber dem Vorjahr, als noch 37 Prozent aller Unternehmen aktive Aufklärungsarbeit zum Grippeschutz auf betrieblicher Ebene leisteten.

Um die Informationsbeschaffung und Präventionsarbeit zu verbessern, will die Mehrheit der Unternehmen Partner in die Zusammenarbeit mit einbeziehen. 56 Prozent der Betriebe wünschen sich mehr Unterstützung durch Krankenkassen. Knapp jede vierte Fach- und Führungskraft setzt auf eine engere Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern.

An konkreten Maßnahmen wünschen sich 58 Prozent der Unternehmen regelmäßige Impfangebote, die den Mitarbeitern vorzugsweise von Krankenkassen und Gesundheitsämtern gemacht werden sollten. Jeder zweite Befragte setzt zudem auf Unterstützung bei der Informationsarbeit durch Broschüren, die Krankenkassen oder Gesundheitsämter beisteuern könnten. Höher im Kurs als im Vorjahr stehen zudem offene Sprechstunden, die außerhalb des Unternehmens für die Mitarbeiter angeboten werden. Gut jeder fünfte Betrieb begrüßt eine entsprechende Unterstützung in der Grippeprävention.

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