Rückenfreunde – Rückenfeinde – Was hilft der Wirbelsäule, was schadet ihr?

Täglich beeinflussen positive und negative Faktoren die Gesundheit unseres Rückens. Geraten sie ins Ungleichgewicht, drohen Schmerzen und Erkrankungen. Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga stellt die wichtigsten Aspekte vor.

Rückenfeinde

Büroarbeit
Rund 80.000 Stunden verbringen viele Menschen im Laufe ihrer Karriere sitzend – nicht selten in ungünstiger Position. Kein Wunder also, dass Büroarbeit das Kreuz schädigt. „Nicht ausschließlich die fehlerhafte Sitzhaltung trägt Schuld an Beschwerden. Häufig gehen im Stress ausreichende Pausen völlig unter“, sagt Dr. Schneiderhan. Darum empfiehlt es sich, selbst kleine Unterbrechungen von wenigen Minuten in den Tagesablauf zu integrieren. Ausgiebiges Strecken oder Lockerungsübungen schützen vor Verspannungen und Schmerzen.

Übergewicht
Zu viele Pfunde belasten den Rücken und ziehen vor allem die Bandscheiben stark in Mitleidenschaft. Risse bis hin zu Bandscheibenvorfällen treten als Folge auf. „Zwar kämpfen auch Normalgewichtige mit krankhaften Veränderungen, doch geht Adipositas in der Regel mit Bewegungsmangel einher, der zusätzlich schadet“, weiß Dr. Schneiderhan. Daher leistet der Verlust überflüssiger Kilos einen enormen Beitrag zur Rückengesundheit.

Kummer
Seelische Nöte wirken sich negativ auf den ganzen Körper aus. Davon bleibt der Rücken nicht verschont. Bedrückte Menschen lassen regelrecht die Schultern hängen. Resultat: Verspannungen und Schmerzen. Zudem zeigen Niedergeschlagene selten Interesse an Aktivität und belasten ihre Wirbelsäule umso mehr. „Gerade in sportlicher Betätigung liegt eine heilende Wirkung, da unser Körper unter Anstrengung Endorphine ausschüttet “, weiß Dr. Schneiderhan. Aus Fitness lässt sich also neue Kraft schöpfen und dunkle Wolken verschwinden zusammen mit den Beschwerden. Rauchen
Um negative Auswirkungen des Zigarettenkonsums wissen viele Raucher. Doch der Glimmstängel schadet selbst dem Rücken. „Nikotin belastet den Bandscheibenstoffwechsel, da die sensiblen Puffer Nährstoffe nur noch erschwert aufnehmen“, verdeutlicht Dr. Schneiderhan. Zusätzlich begünstigt das Nervengift die Entstehung eines verengten Wirbelkanals, der sogenannten Spinalkanalstenose. „Ein Grund mehr, das Rauchen aufzugeben“, findet der Experte.

Rückenfreunde

Bewegung
Nach wie vor gilt Sport als des Rückens bester Freund. „Bewegung beugt Erkrankungen der Wirbelsäule äußerst effektiv vor, da sie das gesamte Muskel- und Knochengerüst stärkt. Darum gehört Sport unbedingt als festes Element in jeden Alltag“, betont Dr. Schneiderhan. Um den Rücken nicht zu überlasten, bieten sich schonende Sportarten an. Hierzu zählen Radfahren, Schwimmen oder Walking.

Ernährung
Ausgewogene Mahlzeiten stärken das Immunsystem sowie sämtliche Körperfunktionen. Auch die Wirbelsäule benötigt eine besondere Nährstoffzufuhr. Lebensmittel mit viel Kalzium und Kalium gelten als ideale Lieferanten, da sie Muskeln stärken und Knochen schützen. „Milchprodukte oder Bananen enthalten diese Stoffe beispielsweise“, erklärt Dr. Schneiderhan.

Gesunder Schlaf
Nächtliche Regenerationsphasen beeinflussen den gesamten Organismus. „Gesunde Schlafrhythmen beugen auch speziell Rückenproblemen vor“, bestätigt der Orthopäde. Tagsüber verlieren Bandscheiben an Flüssigkeit, die sie nachts wieder auffüllen. Daher kommt der Schlafdauer entsprechende Bedeutung zu. Als gesunde Richtwerte gelten für Erwachsene acht Stunden sowie für Ältere aufgrund des veränderten Stoffwechsels nur fünf bis sieben Stunden, um gut erholt und ohne Rückenschmerzen in den Tag zu starten.

Entspannung
Gute Laune und gelöste Stimmung erweisen sich als wahre Rückenfreunde. „Wer sich rundum wohlfühlt, leidet auch seltener unter Muskelverhärtungen oder Rückenschmerzen“, erzählt Dr. Schneiderhan. Alltagstipp: Wellness-Tage einlegen, ein angenehmes Umfeld schaffen oder sich einfach mal eine Massage gönnen. „Ob warmes Vollbad oder ausgedehnter Spaziergang – meist merken wir schnell, was uns und unserem Rücken gut bekommt“, rät der Experte.

Ein Gedanke zu „Rückenfreunde – Rückenfeinde – Was hilft der Wirbelsäule, was schadet ihr?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.