Deutsche beklagen eine schlechte Gesundheitsvorsorge

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland ist nach Ansicht vieler Bundesbürger schlechter geworden. Dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten „Gesundheitsbarometer 2009“ von Ernst & Young zufolge beklagen 41 Prozent der Deutschen eine sinkende Qualität, während nur 14 Prozent eine Qualitätssteigerung sehen.

Die übrigen Befragten sehen demnach keine Veränderung. Insgesamt überwiegt allerdings nach wie vor die Zufriedenheit mit der Arbeit der Ärzte, wobei Privatpatienten sich deutlich besser betreut fühlen als Kassenpatienten.

Die große Mehrheit der Deutschen ist der Erhebung zufolge mit der Gesundheitsversorgung grundsätzlich zufrieden: 85 Prozent der Bundesbürger bewerten die Gesundheitsversorgung in ihrer Region positiv, jeder vierte ist sogar sehr zufrieden. Im Westen und Norden Deutschlands, vor allem in Hamburg und Bremen, ist die Zufriedenheit am höchsten.

Die besten Noten bekommen der Umfrage zufolge die praktischen Ärzte: Insgesamt 90 Prozent der Befragten bezeichnen die medizinische Versorgung bei Hausärzten als gut oder eher gut. Nur geringfügig schlechter schneiden Fachärzte mit 88 Prozent positiven Bewertungen ab. Krankenhäuser erhalten von 84 Prozent der Deutschen gute oder eher gute Noten.

Die Studie zeigt den Angaben zufolge auch, dass 93 Prozent in Gesundheitsfragen dem praktischen Arzt vertrauen, 89 Prozent dem Facharzt, aber nur 78 beziehungsweise 70 Prozent dem Arzt am Allgemeinkrankenhaus und entsprechend an der Universitätsklinik.

Das schwache Abschneiden der Krankenhäuser sollte den Verantwortlichen zu Denken geben, erklärte Stefan Viering, Partner bei Ernst & Young. „Trotz oftmals bester Ausstattung fühlen sich viele Menschen im Krankenhaus nicht wirklich gut aufgehoben.“ Krankenhäuser stünden oftmals für „anonyme Hochleistungsmedizin“. Patienten wollten aber „ein vertrautes Gesicht und individuelle Betreuung“. Beides könne der Hausarzt bieten.

Privatpatienten sind der Umfrage zufolge durchgängig zufriedener mit der ärztlichen Betreuung als gesetzlich Versicherte. Besonders deutlich ist der Unterschied beim Faktor „Wartezeit“.

Während sich nur 30 Prozent der privat Versicherten über zu langen Wartezeiten bei Fachärzten beschweren, kritisieren 52 Prozent der Kassenpatienten, dass sie zu viel Zeit im Wartezimmer verbringen müssen. Basis der Studie ist eine repräsentative Umfrage unter 2.000 Verbrauchern in Deutschland.

Quelle: Dr. med. Ingo Ochlast
Geschäftsführer von MediConsult

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.