Über 400.000 Operationen an Brust, Bauch und Co.

Die zurückliegende Weihnachts- und Feiertagszeit hat sicherlich bei vielen ihre Spuren hinterlassen: Stollen, Plätzchen und Weihnachtsgans sorgen nicht selten für ein paar Pfunde zuviel auf den Hüften. Diese sind oftmals der Auslöser für den Wunsch nach einer schnellen und problemlosen Korrektur – nicht nur an Bauch und Oberschenkel: Über 400.000-mal pro Jahr greifen Mediziner jährlich für die Schönheit zum Skalpell. Dabei stehen jetzt vor allem die Liposuktion – also das Absaugen von Fett – aber auch weitere Eingriffe auf der Wunschliste von Frauen und immer mehr Männern.

Eine Tendenz beobachtet Dr. Frank Schneider-Affeld, Experte für Plastisch-Ästhetische Brust- und Körperchirurgie: „Bei den Frauen werden am häufigsten Brustkorrekturen vorgenommen, dicht gefolgt von Fettabsaugungen aber auch Nasenkorrekturen. Dabei kann man durchaus saisonale Unterschiede beobachten. Nach den Feiertagen ist die Liposuktion gefragt, zum Sommer sind Brustvergrößerungen und Faceliftings eher gewünscht“. Auch immer mehr Männer lassen sich durch einen chirurgischen Eingriff im Rahmen der Plastischen Chirurgie verschönern. „Hier sind es Nasen- und Lidkorrekturen sowie Fettabsaugungen an Bauch, Hüfte und männlicher Brust.“ Von einer Finanzkrise ist im Bereich der Schönheitsoperationen (noch) nichts zu merken: „Laut der GÄCD – der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland – haben sich die Zahlen der Eingriffe bei Männern und Frauen nicht verändert. Im Bereich der Faltenbehandlungen können wir sogar einen Trend nach oben verzeichnen“ weiß Dr. Schneider-Affeld, der Mitglied in der GÄCD ist.

Aktueller Trend: Intimchirurgie
Der Experte registriert noch einen weiteren Trend: Die Intimchirurgie ist ein Gebiet der modernen Medizin, das sich immer stärker durchsetzt. Dr. Schneider-Affeld, der seit vielen Jahren auch in diesem Bereich tätig ist, erklärt den Zulauf: „Der Blick in den Spiegel zeigt Frauen nicht nur die Problemzonen an Brust oder Hüfte, sondern auch die im Intimbereich. Viele Patientinnen kommen aus rein ästhetischen Erwägungen zu uns. Aber auch Schmerzen, zum Beispiel beim Fahrradfahren oder Reiten, gehören zu den Gründen, sich an uns zu wenden.“ Dabei kann den Frauen – gerade nach Geburten – mit einem Eingriff wieder zu dem zufrieden stellenden Sexualleben verholfen werden, das sie vor den Entbindungen kannten.

Der Mediziner berichtet, dass zunehmend Frauen im fortgeschrittenen Alter den Weg zu ihm in die Praxis finden. Eine Begrenzung durch das Alter gibt es immer weniger. Eitelkeit geht eben nicht im Laufe des Lebens verloren und neue Beziehungen geben oft den Impuls, Dinge zu verändern, die schon immer als störend empfunden wurden. Den Trend, dass sich angeblich verstärkt jüngere Frauen im Intimbereich operieren lassen, kann der Experte nicht bestätigen. „Das Durchschnittsalter bei diesen Eingriffen liegt bei 28 Jahren, Tendenz ansteigend“ erklärt Dr. Schneider-Affeld. Was im Ausland schon lange normal ist, wird in Deutschland noch sehr kontrovers, emotional und oft ideologisch diskutiert. Genauso ging es der ästhetischen Brustchirurgie vor 20 Jahren. Heute können sich selbstbewusste Frauen damit auf der Party „outen“ , wozu die ästhetische Genitalchirurgie bei uns vielleicht noch 10 Jahre braucht.

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