Alzheimer erkennen, bevor die Krankheit ausbricht

»Die Alzheimer-Forschung geht dahin, eine Diagnose zu stellen, bevor Gedächtnis- oder Verhaltensstörungen auftreten. Denn wenn sich diese Symptome zeigen, ist die Erkrankung im Gehirn bereits fortgeschritten.« Das erläutert Professor Dr. med. Andreas J. Fallgatter, leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Würzburg in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten vom 1. Mai 2009.

In der Erprobungsphase befinde sich derzeit eine Messung bestimmter Hirnfunktionen. Es geht dabei um die Reaktion auf Reize des Vagusnervs, erklärt der Experte. Diese Reaktionen kann man ohne Eingriff und völlig schmerzfrei messen. Die zweite Methode besteht in der Bestimmung der Hirndurchblutung mit der sogenannten Nah-Infrarot-Spektroskopie, während der Patient bestimmte Aufgaben löst. »Man kann sehen, dass Alzheimer-Erkrankte eine weniger gute Durchblutung im Gehirn haben als gleich alte, gesunde Kontrollpersonen«, so Fallgatter.

Und auch Medikamente mit neuen Wirkprinzipien werden erforscht, vor allem sogenannte Beta-Sekretase-Hemmer. Diese könnten nicht nur die Symptome lindern, sondern auch den Krankheitsverlauf verzögern. »Sie sollen bestimmte Enzyme blockieren, die für die Ablagerungen im Gehirn verantwortlich sind, die die Alzheimer-Erkrankung ausmachen«, erläutert Fallgatter. »Mit ihnen kann man die Erkrankung möglicherweise ursächlich behandeln und so vielleicht stoppen. Studien, die zeigen, dass das nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen funktioniert, sind aber noch nicht endgültig ausgewertet. Auf die Ergebnisse sind wir sehr gespannt.« Zulassungen für diese Arzneimitteln könnten in zwei bis drei Jahren erfolgen.

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