Kusskrankheit: Einmal und nie wieder

Wer gerade das Pfeiffer´sche Drüsenfieber durchmacht, kann dem Grinsen des wissenden Mitmenschen nicht viel abgewinnen, der den Virusinfekt als „Kusskrankheit“ kennt. Ein entzündeter Hals, Fieber und Abgeschlagenheit zwingen oft ein paar Tage ins Bett. Meistens betrifft es Jungendliche und junge Erwachsene. Ursache ist das Epstein-Barr-Virus (EBV). Seine Eigenart: Fangen es sich Kinder ein, was sehr häufig ist, verläuft die Infektion meist unbemerkt. Erst mit zunehmendem Alter nimmt die Schwere der Erkrankung zu.

Nach dem Infekt sind Menschen aber ihr Leben lang vor einer Neuinfektion geschützt. Unter Zwanzigjährigen sind schon 90 Prozent immun, mit 50 Jahren sogar an die 98 Prozent, berichtet die „Apotheken Umschau“. Der Begriff Kusskrankheit hat seine Berechtigung, denn das EBV haftet besonders im Speichel und wird so von Mund zu Mund weitergegeben, aber auch Husten und Nießen verbreiten es per Tröpfchen-Übertragung. Sehr schwere Krankheitsverläufe sind selten und betreffen fast nur Menschen mit geschwächter Abwehr, wie Organtransplantierte und HIV-Patienten. Für sie kann das Virus eine ernsthafte Bedrohung sein. Wie viele Viruserkrankungen lässt sich auch das Pfeiffer’sche Drüsenfieber kaum ursächlich behandeln. Es bleibt nur, Fieber und Schmerzen zu lindern. Bei den jugendlichen „Normalpatienten“ ist rezeptfrei auch Händchenhalten mit dem Kusspartner eine Option.

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