Deutsche Krebshilfe stellt Jahresbilanz 2008 vor

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Die Deutsche Krebshilfe hat für ihre Arbeit im Jahr 2008 rund 94 Millionen Euro aus der Bevölkerung erhalten. Diese hohe Spendensumme zeigt, dass sich die Menschen – trotz der wirtschaftlich sehr angespannten Lage – kontinuierlich für Krebskranke einsetzen. Dies wertet die Deutsche Krebshilfe als großen Vertrauensbeweis für ihre Arbeit. Heute, am 2. Juli 2009, stellte sie ihren Geschäftsbericht 2008 vor. Nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ hat die Organisation mit den ihr anvertrauten Spenden im vergangenen Jahr 174 neue Projekte auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung unterstützt, Krebs-Patienten und ihren Angehörigen geholfen und die Bevölkerung umfassend über das Thema Krebs informiert. Die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Frau Professor Dr. Dagmar Schipanski, dankt im Namen der Organisation allen Spenderinnen und Spendern.

Die Deutsche Krebshilfe ist der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. „Ohne Forschung kein Fortschritt“, betonte Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats und Mitglied des Vorstands der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Im Geschäftsjahr 2008 stellte die Deutsche Krebshilfe rund 37,7 Millionen Euro für die kliniknahe Grundlagenforschung und klinische Forschung bereit. „Die Ergebnisse der Forschung sollen rasch den betroffenen Patienten zu Gute kommen“, so Wiestler. Im letzten Jahr investierte die Organisation beispielsweise 2,7 Millionen Euro in ein neues Förderschwerpunkt-Programm „Therapiestudien bei Patienten im höheren Alter“. Hintergrund dieses Programms ist die Tatsache, dass in Krebs-Therapiestudien zumeist nur Betroffene bis zu einem Alter von 65 Jahren behandelt werden. Die aus solchen Studien gewonnenen Erkenntnisse können somit nicht oder nur eingeschränkt auf Patienten höheren Alters übertragen werden. Doch gerade ältere Menschen erkranken besonders oft an Krebs. Darüber hinaus hat die Deutsche Krebshilfe unter anderem mit 2,4 Millionen Euro das Förderschwerpunkt-Programm „Tumorgewebebanken“ auf den Weg gebracht. Ziel dieses Programms ist es, zu den wichtigsten Krebsarten überregionale, systematisch angelegte Sammlungen von Tumorgewebeproben zu etablieren.

Auch die Förderung qualifizierter Nachwuchswissenschaftler war erneut ein zentrales Anliegen der Deutschen Krebshilfe: Sie ermöglichte 12 jungen Wissenschaftlern und Ärzten einen Forschungsaufenthalt im Ausland. Für sieben Max-Eder-Nachwuchsgruppen be¬willigte sie 2,5 Millionen Euro.

„Des weiteren haben wir Krebs-Patienten politisches Gehör verschafft und in diesem Zusammenhang die wichtige Arbeit von Krebs-Selbsthilfeorganisationen erneut und verstärkt unterstützt“, sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Auf der gesundheitspolitischen Ebene war die Deutsche Krebshilfe im letzten Jahr maßgeblich an der Initiierung des Nationalen Krebsplanes und an der Erarbeitung seiner ersten Handlungsfelder beteiligt.

Ein Schwerpunkt in der Informations- und Aufklärungsarbeit der Organisation lag im Bereich der neuen Medien: Im Internet, mit Patienteninformationsfilmen auf DVD sowie mit dem TV-Magazin „in vivo“ informiert die Deutsche Krebshilfe die Bevölkerung über Krebs. „Es ist uns wichtig, der Krankheit Krebs den Schrecken zu nehmen und Betroffene umfassend aufzuklären“, so Nettekoven. Auch Broschüren und persönliche Informationsvermittlung sind dafür unverzichtbare Module.

Die Einnahmen der Deutschen Krebshilfe lagen im Jahr 2008 bei insgesamt 93,9 Millionen Euro. Den größten Einnahmeposten stellten die Erbschaften und Vermächtnisse mit 41,6 Millionen Euro dar. „Fast die Hälfte unserer Einnahmen stammt aus Erbschaften und Vermächtnissen“, sagte Hans-Peter Krämer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Auch dies zeigt, wie viel Vertrauen die Menschen in unsere Arbeit haben.“ 25,7 Millionen Euro erhielt die Deutsche Krebshilfe aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen. Aus Veranstaltungen, Aktionen, Kondolenzen, Bußen und Jubiläen flossen ihr insgesamt 6,5 Millionen Euro zu. Die Organisation verzichtet bei ihrer Mittelakquise konsequent auf Spendenwerbung auf Provisionsbasis.

Die größten Posten bei den Ausgaben waren 2008 die Unterstützung der kliniknahen Grundlagenforschung mit 26,1 Millionen Euro sowie die Förderung klinischer Strukturmaßnahmen mit 16,9 Millionen Euro. Für Krebs-Therapiestudien stellte die Deutsche Krebshilfe 8,4 Millionen Euro bereit und für Kinderkrebsprojekte 7,6 Millionen Euro. 4,7 Millionen Euro flossen in den Härtefonds. Dieser Fonds kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die durch eine Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind. Die Kosten für Verwaltung und Spendenakquisition lagen bei 9,5 Prozent.

Krebs in Deutschland
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erfahren in Deutschland jährlich 436.000 Menschen, dass sie neu an Krebs erkrankt sind, 211.765 starben im Jahr 2007 an den Folgen dieser Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Männer erkranken besonders häufig an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten durch Verzicht auf das Rauchen, durch gesunde Ernährung, Sport und einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermieden werden könnten. Früh erkannt, haben viele Krebserkrankungen eine große Heilungschance.

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