Giftiges Kreuzkraut in Rucola verunsichert Verbraucher

Schlagwörter:, , , , Ernährung 15 August, 2009
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Anlässlich der jüngsten Funde von giftigen Kreuzkraut bzw. Greiskraut in Rucola-Salat richtete sich das Augenmerk auf diese Pflanzenfamilie. Nach Untersuchungen der Universität Bonn handelte es sich bei den bisherigen Funden um Blätter des Gemeinen Kreuzkrautes (Senecio vulgaris L.). Von anderen Kreuzkraut-Arten im Salat wie dem Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea L.), das in letzter Zeit aufgrund gehäufter Vergiftungserscheinungen bei Weidetieren ebenfalls für Schlagzeilen sorgte, wurde nicht berichtet.

Für die Laien ist es in der Tat äußerst schwierig, Rucola- und Kreuzkrautblätter zu differenzieren. Tendenziell wirken die Blattränder des Rucola-Blattes deutlich abgerundeter. Hingegen weisen die Blattränder des Kreuzkrautes kleine Zacken auf (siehe Foto). Im Zweifelsfall sind die Blätter am Geruch beim Zerreiben zu unterscheiden: Während Rucola einen angenehmen scharf-aromatischen Geruch besitzt, riechen Kreuzkräuter eher unangenehm streng.

Die Giftigkeit der Kreuzkräuter beruht auf der Wirkung von so genannten Pyrrolizidin-Alkaloiden, die insbesondere Leberschäden hervorrufen, aber auch andere Organe wie Lunge und Herz angreifen. Auch eine kanzerogene Wirkung wird derzeit diskutiert. Außerdem können Sie zu Hautirritationen unter Einfluss von Sonnlicht führen.

Neu ist die Problematik der Vergiftungen durch diese sekundären Pflanzenstoffe nicht. Bereits in den 1970er und 1980er Jahren wurde über Pyrrolizidin-Alkaloide in verschiedenen menschlichen Lebensmitteln wie Kräutertees, Milch, Eier, Honig, Salate und Gemüse berichtet. Die wichtigste Kontaminationsquelle ist in den Entwicklungsländern vor allem Getreide. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schon 2007 betonte, ist jedoch eine Belastung von Fleisch nicht nachzuweisen.

Die Kreuzkräuter sind keine Neophyten, sondern Bestandteil der einheimischen Flora. In den letzten Jahren wurden die Wärme liebenden Pflanzen durch veränderte klimatische und landwirtschaftliche Bedingungen gefördert. Vor allem eine späte und seltenere Mahd aus Artenschutzgründen sowie eine unzureichende Erfassung durch Herbizide sind Ursache der erfolgreichen Expansion von Kreuzkraut-Arten.
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