Mahnung an ältere Autofahrer, das Fahrvermögen realistischer einzuschätzen

Ältere Verkehrsteilnehmer tragen bei Unfällen öfter die Haupt- oder Mitschuld als jüngere. Der Unfallforscher Professor Dietmar Otte von der Medizinischen Hochschule Hannover beziffert den Anteil über 60-Jähriger mit 75 Prozent. In der Altersgruppe bis 49 Jahre seien es nur rund 40 Prozent. Zwar sind in absoluten Zahlen ältere Fahrer deutlich seltener in Unfälle verwickelt. Dafür sind sie aber insgesamt viel weniger unterwegs als Jüngere.

Ohne die langjährige Fahrpraxis, so vermutet Otte, fielen die Unterschiede zwischen Alt und Jung noch viel drastischer aus. Vor allem drei Dinge setzen bei Älteren die Fahreignung herab: Schlechteres Sehen, abnehmende Beweglichkeit und verminderte Reaktionen, berichtet er im Interview mit dem Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Ältere Menschen könnten zwar zu Recht auf größere Erfahrung verweisen. „Erfahrung allein reicht aber nicht, um immer sicher und schnell genug zu reagieren“, erklärt der Unfallexperte. Von obligaten Fahrprüfungen für Senioren hält er trotzdem nichts. Er setzt auf die Einsicht der Fahrer, sieht aber auch die Ärzte in der Pflicht: „Ich appelliere an Hausärzte, das Thema Fahreignung auch von sich aus anzusprechen.“

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