Eine Apotheken-Kundenkarte erleichtert dem Apotheker, die patientenindividuellen Wechselwirkungen zu erkennen und sie in Zusammenarbeit mit dem Arzt soweit möglich zu umgehen. Diesen Service bieten sehr viele Apotheken ihren Stammkunden kostenlos an. Besonders ältere Patienten und chronisch Erkrankte, die oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, sollten diesen Service nutzen. „Je mehr Wirkstoffe eingenommen werden, desto größer ist das Risiko für Wechselwirkungen. Die Medikation sollte deshalb möglichst vollständig erfasst werden, also alle verordneten Arzneimittel und die komplette Selbstmedikation beinhalten“, so Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die in der Apotheke gespeicherten Daten unterliegen dem Datenschutz. Bei Einwilligung des Patienten kann der Apotheker mit dem Arzt über mögliche Wechselwirkungen sprechen.

Bislang sind mehr als 5.000 Wechselwirkungen zwischen Medikamenten bekannt. Die Medikamente können ihre Wirkungen oder Nebenwirkungen wechselseitig verstärken, aber auch abschwächen. Unterschiedliche Mechanismen sind als Ursachen für Wechselwirkungen bekannt. Zum Beispiel kann ein Wirkstoff die Aufnahme eines zweiten Wirkstoffs hemmen. Dadurch wirkt dieser zweite Wirkstoff schwächer. So hemmen rezeptfreie säurebindende Antazida die Aufnahme vieler anderer Wirkstoffe und sollten daher mit einem zeitlichen Abstand zu anderen Medikamenten eingenommen werden. „Wenn der Apotheker die komplette Medikation kennt, kann er einen individuellen Tagesplan erstellen“, so Schmidt. Wechselwirkungen können auch auftreten, wenn ein Wirkstoff die Leberenzyme hemmt oder aktiviert, die einen zweiten Wirkstoff abbauen. Dadurch verändern sich die Wirkungsdauer oder -stärke des zweiten Medikaments. Bei anderen Kombinationen verstärken sich die Wirkungen der unterschiedlichen Arzneimittel gegenseitig, dadurch können Nebenwirkungen zunehmen.

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