Advent, Weihnachten und Sylvester sind für unser Verdauungssystem jedes Jahr ein harter Belastungstest: Zuviel und zu fettes Essen, jede Menge Plätzchen und reichlich Alkohol. Da beginnt so manch einer das neue Jahr mit Tee und Zwieback und einer Wärmflasche auf dem Bauch, um den „verdorbenen Magen“ zu kurieren.

„Das muss nicht sein“, sagt Dr. Wolfgang Widmaier, Heilpraktiker und Apotheker von der Union Deutscher Heilpraktiker. „Es ist nur menschlich, während der Feiertage kulinarisch auch einmal über die Stränge zu schlagen und es sich so richtig gut gehen zu lassen. Damit der Magen anschließend nicht rebelliert, ist es sinnvoll, die Verdauungstätigkeit mit natürlichen Mitteln zu unterstützen und außerdem die Verdauungsorgane immer wieder durch besonders leichte Mahlzeiten zu entlasten.“

Die richtigen Gewürze verwenden

Wer selber kocht, kann schon durch die Wahl der richtigen Gewürze die Bekömmlichkeit der Gerichte verbessern. So regen scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer oder Ingwer generell die Verdauung an – ein Stückchen kandierter Ingwer nach dem Essen schmeckt lecker und tut gut. Beifuss wird wegen der Bitterstoffe traditionell zu fetten Fleischgerichten wie Gänsebraten empfohlen. Kümmel unterstützt die Leber- und Gallenfunktion und beugt so dem unangenehmen Völlegefühl nach dem Essen vor.

Bitterstoffe nach fettem Essen

Um die Leber- und Gallenfunktion und damit die Fettverdauung anzuregen, empfiehlt Dr. Widmaier Präparate aus Artischocke und Mariendistel. Andere pflanzliche Bitterstoffe wie Enzian, Löwenzahn oder Tausendgüldenkraut, in Form von Tee oder Presssaft, fördern ebenfalls die Verdauungssäfte

Gegen Blähungen, Druck und Völlegefühl hilft ein Aufguss von Pfefferminzblättern oder eine Teemischung aus Anis-, Fenchel- und Kümmelfrüchten. Im Fachhandel finden sich auch wirksame Tinkturenmischungen, hergestellt aus Kräutern wie Baldrian, Pfefferminze, Melisse und Kümmel, die die Magenbewegungen lindern und somit den Druck.

Heilerde gegen zu viel Magensäure

Wer unter Sodbrennen leidet, sollte vorsichtig sein mit so genannten „Säurelockern“, die die Produktion von Magensäure anregen. Dazu gehören fette, süße oder scharf gewürzte Speisen, aber auch Alkohol, Kaffee und Nikotin. In der Naturheilkunde wird Heilerde als Antazidum eingesetzt, also als Arzneimittel zur Neutralisierung von zu viel Magensäure. Heilpraktiker verwenden das feine, ockerfarbene Pulver bei Sodbrennen als sanfte und natürliche Alternative zu synthetisch hergestellten Kautabletten oder Gels auf der Basis von Magnesium- oder Aluminium-Verbindungen. Heilerde kann man als Pulver oder in Form von Kapsel einnehmen. Ein altes Hausmittel gegen Sodbrennen ist ein Schnapsglas voll Kartoffelsaft – entweder selbst gepresst oder als fertiger Presssaft. Kamillentee hilft immer dann, wenn der Magen gereizt ist, z.B. bei Übersäuerung oder einer Gastritis.

Wie bei allen gesundheitlichen Problemen gilt auch bei Verdauungsbeschwerden: Wenn sich die Beschwerden durch die Behandlung mit natürlichen Arzneimitteln nicht deutlich bessern, sollte man unbedingt einen Heilpraktiker oder einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären.

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