Wässrig, geschmacklos und mit Pestiziden belastet – Verbraucher, die dabei noch an holländisches Treibhausgemüse denken, liegen falsch. Wie die Zeitschrift VITAL in ihrer aktuellen Ausgabe (3/10; EVT: 17. Februar) berichtet, arbeitet die holländische Obst- und Gemüsebranche heute mit fortschrittlichen Anbaumethoden.

So setzen die niederländischen Gärtner im Kampf gegen Schädlinge statt auf Pestizide inzwischen auf natürliche Feinde wie etwa die Schlupfwespe. „Bei biologischer Schädlingsbekämpfung ist Holland in Europa inzwischen Spitzenreiter“, erklärt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. Mittlerweile exportiert das Land seine Nützlinge auch in die spanischen Anbaugebiete, deren Gemüse in der Vergangenheit öfter durch hohe Pestizidbelastungen auffielen.

Auch beim Umgang mit Ressourcen zeigen sich die holländischen Gärtner beispielhaft: Klima-Computer versorgen die Pflanzen im Treibhaus mit der jeweils nötigen Menge an Wasser, Mineralstoffen, Wärme und Dünger. Regenwasser wird aufgefangen, nicht benötigte Wärme gespeichert statt abgelüftet.

Widerstandsfähigere Züchtungen, bei denen das Gemüse wirklich ausreifen kann, sorgen dafür, dass holländische Tomaten tatsächlich wieder nach Tomate schmecken. Auch Gurke, Paprika und Aubergine können geschmacklich und bei den Inhaltsstoffen mit ihren Freiland-Pendants mithalten. „Die holländische Technik von Gewächshausgemüse ist weit entwickelt und effizient“, bestätigt Dr. Niels Jungbluth, Umweltingenieur und Experte für Ökobilanzen. „Uns sollte aber bewusst sein, dass Gemüseanbau im Gewächshaus immer aufwendiger als Freilandanbau ist und deshalb ein umweltbelastender Luxus.“

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