Arzneimittelausgaben: Balance statt Klischees

Schlagwörter:, , Arzneimittel 04 März, 2010
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Das Gesundheitssystem muss eine vernünftige Balance zwischen den notwendigen Voraussetzungen für hohe Qualität, effektive Forschung und den Arzneimittelausgaben gewährleisten. “Von berufsmäßigen Pharmakritikern kann die Öffentlichkeit mehr erwarten als Klischees”, erklärt Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). “Panikmache wegen der angeblichen Kostenexplosion, undifferenzierte Preisvergleiche zwischen verschiedenen EU-Ländern, welche die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze und Kosten der Arzneimitteldistribution ignorieren sowie vereinfachende Aussagen, ohne zwischen den verschiedenen Marktsegmenten zu unterscheiden, sind schädlich”, so Fahrenkamp weiter zur aktuellen Berichterstattung in den Medien.

In Wirklichkeit sind die Preise durch den Preiskampf im Generikamarkt rückläufig – auch unter Berücksichtigung der patentgeschützten Arzneimittel bewegen sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2009 im vereinbarten Rahmen. “Von Kostenexplosion keine Spur – statt kurzatmiger Kostendämpfung ist eine ordnungspolitische Reform notwendig, dazu haben wir erst kürzlich Vorschläge vorgelegt” ergänzt Fahrenkamp.

Das Modell des BPI zur Preisbildung patentgeschützter Arzneimittel setzt auf Verhandlungen zwischen Kassen und Herstellern und eine Balance zwischen den Ausgaben für Arzneimittel und den notwendigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Denn die zeigt Wirkung, wie das Beispiel HIV / AIDS belegt – einer Erkrankung, bei der sich die Lebenserwartung dank neuer Medikamente um durchschnittlich 13 Jahre verlängert hat.

In der aktuellen Debatte geht auch völlig verloren, dass die pharmazeutischen Unternehmen durch den aggressiven Preiskampf im nicht patentgeschützten Markt erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen müssen, Unternehmen vom Markt verdrängt werden und damit Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. “Hier sparen die Kassen – und gefährden die Existenz der heimischen Industrie”, unterstreicht Fahrenkamp.

“Wir rufen zu einer Versachlichung der Diskussion und einer nüchternen Betrachtung des ganzen Pharmamarktes auf”, so Fahrenkamp, “denn Qualität, Sicherheit der Versorgung und Innovation kann es nicht zum Nulltarif geben!”.

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