Lebensmittel-Unverträglichkeiten haben in den letzten 15 Jahren enorm zugenommen, aber Laien sind viel zu schnell mit Eigendiagnosen bei der Hand: „In Umfragen sagen bis zu 40 Prozent, sie hätten eine Nahrungsmittelallergie“, so Ernährungsmediziner Professor Stein von der Universität Frankfurt. In Wahrheit haben sie klassische Nahrungsmittel-Intoleranzen, mit denen man unter bestimmten Voraussetzungen sehr gut leben kann, berichtet das Gesundheitsmagazin HEALTHY LIVING in seiner aktuellen Ausgabe (04/2010 ab morgen im Handel).

Nach den neuesten Forschungen leiden nur circa zwei Prozent der Deutschen an Nahrungsmittelallergien und ein Prozent an sogenannten Pseudoallergien, die die gleichen Symptome wie eine Allergie produzieren, auf die üblichen Tests jedoch nicht reagieren. Die restlichen 37 Prozent haben Intoleranzen, also Unverträglichkeiten: zumeist gegen Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) oder Gluten (Getreideprotein).

Die gute Nachricht ist, dass man mit diesen Unverträglichkeiten in der Regel gut leben kann: So müssen zum Beispiel diejenigen, die von Milchzucker Bauchkrämpfe und Blähungen bekommen, meist nicht komplett verzichten. 8 bis 10 Gramm Laktose pro Tag werden von vielen noch gut vertragen – das entspricht etwa einer Kugel Milcheis und 150 Gramm Quark mit Früchten. Viele Menschen, die auf Fruktose mit Verdauungsbeschwerden reagieren, können frisches Obst dennoch problemlos essen. Da die Nahrungsmittelindustrie die billige Fruktose vermehrt in Fruchtsäften, Süßigkeiten und Fertigprodukten verarbeitet, sollten sie hier aber äußerst vorsichtig sein. Stichwort Vorsicht: HEALTHY LIVING warnt in der aktuellen Ausgabe davor, sich auf einfache Allergie-Testsets für zu Hause zu verlassen. Wichtiger als schnelle Resultate sei für Betroffene, den richtigen Arzt zu finden, der auf Allergien und Unverträglichkeiten wirklich spezialisiert ist – „Man findet sie am einfachsten über Selbsthilfegruppen“, so Stein.

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