Weisheit ist zwar auch, aber viel weniger, als allgemein angenommen wird, das Resultat langer Lebenserfahrung. Berliner Wissenschaftler, die dem Wesen der Weisheit näher kommen wollten, konfrontierten alte und junge Studienteilnehmer mit schwierigen Lebenssituationen. Etwa derart: Ein 14-jähriges Mädchen will zuhause ausziehen. Was würden Sie ihr raten? Das erstaunliche Ergebnis: Die Älteren waren den jüngeren Mitstreitern nicht überlegen. Die Fähigkeit zu lebenskluger Einsicht formt sich schon in jungen Jahren.

Etwa Mitte zwanzig ist sie abgeschlossen. „Wir hätten es kaum für möglich gehalten, wie wenig Weisheit im Erwachsenenalter mit den Lebensjahren zusammenhängt“, kommentiert dies Prof. Ursula Staudinger, die an der Jacobs-Universität Bremen lehrt, im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Alter, so meint sie, könne weitsichtiges Handeln sogar ausbremsen. Die Lust auf Neues und die Gabe, sich in andere hineinzudenken, nehme mit den Jahren ab. Ihr Fazit: Gesammelte Erfahrungen müssen immer wieder getestet werden, ob sie unter neuen, veränderten Umständen noch zutreffen. Insgesamt, so sagen Forscher, sei Weisheit eine seltene Gabe; nur zwei von hundert Menschen besäßen sie.

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