Wenn das Wetter umschlägt, bekommen viele Menschen gesundheitliche Probleme, zum Beispiel bei Föhn: 54% der Deutschen reagieren auf bestimmte Wetterlagen. Das hat eine Untersuchung des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der Universität München herausgefunden.

Zu den häufigsten Beschwerden, die mit dem Wetter in Verbindung gebracht werden, gehören Kopfschmerzen, Migräne, Kreislaufstörungen, Schlafstörungen, Benommenheit oder Gelenk- und Narbenschmerzen. Am häufigsten leiden Frauen unter dem Wetter und Patienten mit Herz- Kreislauferkrankungen wie hohem Blutdruck, verengten Gefäßen oder nach einem Herzinfarkt.

„Wetterfühligkeit ist keine Einbildung, die betroffenen Menschen spüren tatsächlich Wetterumschwünge schon bevor sie eintreffen – wir Heilpraktiker nehmen die Beschwerden dieser Patienten sehr ernst “, sagt Dr. Wolfgang Widmaier, Heilpraktiker und Apotheker, von der Union Deutscher Heilpraktiker.

Wetterempfindlich oder wetterfühlig?

Das Wetter macht allerdings nicht krank, sondern wirkt ähnlich wie z.B. psychische Belastungen als Reiz oder Stressor, der im vegetativen Nervensystem Regulationsstörungen auslöst. Ursache für dieses Phänomen scheint eine erniedrigte Reizschwelle des Vegetativums zu sein.

Wissenschaftler unterscheiden zwischen Wetterfühligkeit und Wetterempfindlichkeit. Während der Organismus nicht-wetterfühliger Menschen Wetterschwankungen ohne Probleme ausgleicht, scheint bei wetterfühligen Menschen diese Fähigkeit gestört zu sein. Sie nehmen meteorologische Reize verstärkt wahr und reagieren mit Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen oder Nervosität.

Wetterempfindliche Menschen sind noch stärker beeinträchtigt. So werden bei Patienten mit einer Vorerkrankung häufig Symptome einer Erkrankung ausgelöst oder verstärkt, z.B. Gelenkscherzen bei Rheuma.

Reiztherapie verbessert die Anpassung

Wie kann der Heilpraktiker Menschen helfen, die unter dem Wetter leiden? „Das Wundermittel gegen Wetterfühligkeit gibt es leider nicht, aber die Naturheilkunde bietet bei diesen Beschwerden einige Möglichkeiten,“ sagt Dr. Widmaier. „Im Wesentlichen geht es darum, die gesundheitliche Situation des Patienten durch Abhärtung zu verbessern oder zu stabilisieren. Das erreichen wir, indem wir die vegetativen Regulationsmechanismen trainieren, z.B. durch eine Reiztherapie, mit dem Ziel, die körpereigene Anpassungsfähigkeit gegenüber Wetterreizen zu verbessern.“

Eine Reiztherapie bieten z.B. verschiedene Anwendungen der Kneipp-therapie wie wechselwarme Wasseranwendungen. Auch bestimmte Massagen und Akupressurbehandlungen können helfen. Der Heilpraktiker verordnet häufig auch homöopathische Arzneimittel, Weißdorn- und Melissenpräparate oder Bäder mit Baldrian oder Johanniskraut.

Daneben sollte der Patient selbst seinen Lebensstil so verändern, dass er insgesamt fitter und widerstandsfähiger wird. Dazu gehört bei jedem Wetter viel Bewegung an der frischen Luft, genügend Schlaf, regelmäßige Saunabesuche, Entspannungsübungen zum Stressabbau und eine vitale, ausgewogene Ernährung.

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