Die Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine vorwiegend genetisch bedingte Regulationsstörung der Botenstoffe im Gehirn, welche sich in den Hauptsymptomen  Aufmerksamkeitsunbeständigkeit, Impulsivität und Ablenkbarkeit als soziale Anpassungsstörung äußert.

Es handelt sich um keine seltene Störung, zwischen zwei und drei Millionen Menschen in Deutschland haben ADHS.

Hilfen zur Bewältigung der Hindernisse, mit denen die Betroffenen zu kämpfen haben, sind in alarmierend geringem Maße verfügbar. Die Wartelisten der ADHS-Ambulanzen sind überfüllt und die wenigsten Therapeuten und Ärzte verfügen über ausreichende Kenntnisse zu dieser Störung.

Aufgrund der mangelhaften Versorgungslage richten sich die beiden größten ADHS-Selbsthilfeverbände AdS e.V. und ADHS Deutschland e.V. in einem offenen Appell an alle Beteiligten des Gesundheitssystems. Der „Berliner ADHS – Appell“ wurde bereits im Rahmen der 5. Berliner Psychiatrietage von vielen Tagungsteilnehmern und –teilnehmerinnen unterzeichnet.

Unbehandeltes oder falsch behandeltes ADHS führt im Lebenslauf der Betroffenen häufig zu einer Vielzahl von psychischen Begleit- und Folgestörungen, schwerwiegenden Problemen in Partnerschaft und Beruf – bis hin zur Langzeitarbeitslosigkeit. Dadurch wachsen die indirekten Kosten für den Staat und die Gesellschaft, während die Hilfesuchenden kostenaufwendig für das Gesundheitssystem, doch häufig ohne nachhaltigen Erfolg mit ungeeigneten Methoden behandelt werden.

In ihrem Appell weisen die Verbände außerdem auf das derzeit stockende Zulassungsverfahren wirksamer Medikamente für Erwachsene hin. Entgegen vieler Vorurteile und Fehlinformationen in den Medien, kommt der Medikation in der Therapie der ADHS eine entscheidende Rolle zu. Während die betreffenden Medikamente für Kinder zugelassen sind, müssen Erwachsene für die häufig unabdingbare Medikation ab dem 18. Lebensjahr selbst bezahlen.

Der Appell mahnt an, „eine angemessene Versorgung für Menschen mit ADHS zu erreichen, wie sie für andere psychische Störungen selbstverständlich ist“.

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