Viele Krebs-Patienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung unter einer quälenden Erschöpfung, die über das normale Maß weit hinaus geht. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen bleibt diese Müdigkeit auch nach Abschluss der Therapie bestehen. In der Fachsprache nennt man dies „Fatigue“. Die Deutsche Krebshilfe hat in ihrer Reihe „Die blaue DVD“ nun den Patienten-Informationsfilm „Fatigue – Chronische Müdigkeit bei Krebs“ herausgegeben. Betroffene berichten darin über ihren Umgang mit diesem belastenden Symptom. Ärzte und Wissenschaftler geben zusätzlich Informationen über Ursachen und Therapiemethoden bei Fatigue. Der Film kann ab sofort kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe angefordert werden.

Wie einen „Krieg im Körper“ empfand Christine E. ihre Krebserkrankung: „Ich konnte überhaupt nicht mehr schlafen. Und dann diese Müdigkeit. Das war, als würde eine Bombe einschlagen“, berichtet die Brustkrebs-Patientin. Auch Gisela N. litt während der Therapie ihres Lymphknotenkrebses unter quälender Erschöpfung: „Zähneputzen ging so eben – aber nur im Sitzen. Vielleicht auch ein bisschen waschen, aber dann musste ich gleich wieder ins Bett“, erzählt sie. Christine E. und Gisela N. sind zwei der 15 Betroffenen, die im neuen Patienten-Informationsfilm der Deutschen Krebshilfe über ihre Erfahrungen mit Fatigue berichten. Bei einer Reise in die Allgäuer Alpen diskutieren die Betroffenen über die Möglichkeiten, mit dieser quälenden Erschöpfung zu leben und sie zu bewältigen.

Info-Kasten: Fatigue
Fatigue bedeutet übersetzt so viel wie „Müdigkeit“ oder „Mattigkeit“. Diese Erschöpfung bei einer Krebserkrankung geht über das normale Maß weit hinaus. Auch ausreichend Schlaf schafft keine Linderung. Fatigue kann durch den Tumor selbst ausgelöst werden. Aber auch Chemo- oder Strahlentherapie können Ursache für die quälende Erschöpfung sein. Denn diese Therapiemethoden greifen auch gesunde Zellen wie beispielsweise die roten Blutkörperchen an. Das Führen eines „Fatigue-Kalenders“, mäßige körperliche Bewegung sowie Gedächtnistraining können Betroffenen mit Fatigue helfen. In einigen Fällen ist auch eine Gesprächstherapie angeraten.

Experten erläutern darüber hinaus in dem Film, wodurch Fatigue ausgelöst wird und wie Patienten die chronische Erschöpfung am besten überwinden können. Dabei stehen vor allem Sport und Bewegung im Vordergrund, betont Dr. Fernando C. Dimeo, Bereich Sportmedizin der Charité Universitätsmedizin Berlin: „Inzwischen wissen wir, dass Patienten, die vor oder sogar während einer Chemotherapie regelmäßig trainieren, ihre Leistungsfähigkeit erhalten und sogar steigern können“, erläutert der Wissenschaftler.

Der Patienten-Informationsfilm „Fatigue“ wurde im Auftrag der Deutschen Krebshilfe von TAKEPART media and science, Köln produziert. Er ist entweder einzeln oder zusammen mit der Broschüre „Fatigue“ aus der Reihe „Die blauen
Ratgeber“ kostenlos erhältlich bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn.

Das Angebot der DVD umfasst neben dem Hauptfilm auch zahlreiche Bonusfilme zu Themen wie Hilfen für Angehörige, Lach-Yoga und Gesundes Essen. Ausschnitte aus dem Film stehen auch im Internet unter www.krebshilfe.de. Außerdem sind DVD-Ratgeber über Darmkrebs, Palliativmedizin, Hautkrebs, Prostatakrebs und Hodgkin Lymphom verfügbar. Weitere Filme zu den Themen Brustkrebs, Krebs im Kindesalter und Strahlentherapie sind zurzeit in Vorbereitung. Die Deutsche Krebshilfe finanziert ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spendengeldern der Bevölkerung und kämpft als Bürgerbewegung bereits seit 35 Jahren gegen den Krebs. Ihr Spendenkonto: 90 90 93 bei der Sparkasse KölnBonn.

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