Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung wird nach Angaben der Vereinten Nationen bereits in diesem Jahr in Städten leben. Auch in Deutschland leben immer weniger Menschen auf dem Land. 1950 wohnten bereits 68 % der Deutschen in einer Stadt. Bis 2020 wird diese Zahl auf 76% steigen. Damit liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt. Doch die zunehmende Urbanisierung stellt für die Gesundheitsförderung und -versorgung eine Herausforderung dar. Mit der hohen Bevölkerungsdichte steigt die Gefahr übertragbarer Erkrankungen – und auch das Risiko gesundheitsschädlicher Auswirkungen von Umweltverschmutzungen wird größer.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verweist daher auf den engen Zusammenhang von Erhalt und Förderung der Gesundheit und einer gesundheitsförderlichen Entwicklung in den Städten. Mit der weltweiten Kampagne „1.000 Cities – 1.000 Lives“ soll hierfür am Weltgesundheitstag, dem 7. April 2010, sensibilisiert werden.

In Deutschland dürfte das WHO-Motto auf fruchtbaren Boden fallen, denn der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Urbanisierung ist bereits erkannt worden und wird seit vielen Jahren erfolgreich berücksichtigt. So haben Bund und Länder schon 1999 das Programm „Soziale Stadt“ aufgelegt, um sozial-schwache Stadtteile zu stabilisieren und 2003 entstand der von vielen Partnern getragene bundesweite Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ mit zahlreichen Bezügen zum Setting „Stadt“ bzw. „Stadtteil“. Ein weiteres Beispiel ist das „Gesunde Städte-Netzwerk“, in dem derzeit 68 Städte organisiert sind und in denen zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Verbänden Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben weiterentwickelt werden. Die Städte setzen sich u.a. über die Plattform der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. dafür ein, dass die Ressourcen für Prävention und Gesundheitsförderung gestärkt werden.

Erstmalig seit 1954 wird es in diesem Jahr keine vom Bundesgesundheitsministerium geförderte zentrale Veranstaltung zum Weltgesundheitstag geben. „Wir bedauern dies außerordentlich“, so die Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, Helga Kühn-Mengel, „und hoffen stattdessen nun auf viele dezentrale Aktionen unserer Mitglieder und Kooperationspartner, um das auch für Deutschland wichtige Thema in der Bevölkerung bewusst zu machen!“

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