Jeder siebte Schlaganfall in Deutschland ist auf Vorhofflimmern zurückzuführen – fast 40.000 Fälle pro Jahr. Trotzdem ist diese Form der Herzrhythmusstörung in der Bevölkerung wenig bekannt. Nur jeder zehnte Bundesbürger gilt bei Gesundheitsexperten als gut über Vorhofflimmern informiert. Auch bei den Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft zeigen sich Wissenslücken. Viele unterschätzen die Bedeutung sowie die Folgerisiken. Das sind Ergebnisse der Studie „Herzrhythmusstörungen“ von Handelsblatt und sanofi-aventis.

Rund eine Million Bundesbürger leiden an Vorhofflimmern. Und die Krankheit ist weiter auf dem Vormarsch. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl der Betroffenen in den nächsten 50 Jahren verdoppeln wird. Beim Vorhofflimmern handelt es sich um die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Das Herz gerät dabei quasi aus dem Takt. Üblicherweise geht die Krankheit mit einem Gefühl der inneren Unruhe einher, mit Schwindel, Atemnot, Schwitzen und Brustschmerzen. Viele Betroffene spüren aber auch gar keine Symptome. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann das gefährliche Folgen haben: Denn das aus dem Takt geratene Herz verdoppelt die Sterberate bei den Betroffenen. Das Risiko für einen Schlaganfall ist um das Fünffache erhöht. Auch Herzinfarkt, Kammerflimmern oder plötzlicher Herztod können durch Vorhofflimmern ausgelöst werden.

Bevölkerung und Fachleute offenbaren Wissenslücken

Neun von zehn Bundesbürgern sind nach Überzeugung von Gesundheitsexperten allerdings unzureichend über diese weit verbreitete Krankheit informiert. Und selbst die Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft wissen zu wenig über Symptome, Therapiemethoden und Behandlungskosten Bescheid. So ist beispielsweise drei von zehn Gesundheitsexperten nicht bekannt, dass Vorhofflimmern zu einem Schlaganfall führen kann. Sie unterschätzen außerdem die Zahl der Betroffenen und der Arztbesuche, die mit dieser Krankheit verbunden sind.

Gesundheitsexperten sehen Nachholbedarf in der Forschung

Es ist jedoch wichtig, dass Vorhofflimmern richtig und rechtzeitig behandelt wird. Denn diese Rhythmusstörung ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung. Allerdings schlägt bisher bei fast einem Drittel der Patienten die Behandlung trotz vielfältiger Therapiemöglichkeiten nicht an. Zudem ist die Einnahme der Medikamente gegen Vorhofflimmern häufig mit Nebenwirkungen verbunden. Jeder zweite Gesundheitsexperte wünscht sich daher neue Medikamente und fordert eine verstärkte Forschung auf diesem Gebiet. Ziel muss es dabei sein, Therapien zu entwickeln, die der Krankheit Einhalt gebieten und das Todesfallrisiko verringern. Immerhin kommt jetzt Bewegung in die Forschung: Erstmals seit zehn Jahren wurde im vergangenen November in der Europäischen Union ein neues Präparat gegen Herzrhythmusstörungen zugelassen. Studien zeigen, dass dieses Medikament bei Patienten mit Vorhofflimmern die Sterberate aufgrund von Herz- oder Gefäßkrankheiten senken kann. Eine Reihe weiterer Medikamente befinden sich zurzeit in der Erprobungsphase.

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