Ohne Geschmacksverstärker, ohne Konservierungsstoffe?

Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Farbstoffe – unser Essen steckt voller Chemie. Immer mehr Menschen mögen das nicht und achten beim Einkauf auf naturbelassene Produkte. Viele Lebensmittelhersteller wissen das und greifen zu einem Trick: Sie schreiben auf ihre Produkte ‚ohne Geschmacksverstärker‘, ‚ohne Aroma- und Konservierungsstoffe‘ und Ähnliches. Davon sollte man sich nicht hinters Licht führen lassen, sagt Hans Haltmeier, Chefredakteur der „Apotheken Umschau“:

„Lebensmittel-Hersteller möchten natürlich dass ihre Produkte möglichst gut dastehen. Deshalb schreiben sie zum Beispiel ‚ohne diesen oder jenen Zusatzstoff‘ auf das Etikett. Wenn man aber auf die Zutatenliste schaut, sieht man dass eben doch Konservierungsstoffe oder Farbstoffe drin sind. Nur eben andere, und der Kunde merkt das oft nicht.“

Mit einem Beispiel macht der Chefredakteur den Etikettenschwindel deutlich:

„Manchmal steht zum Beispiel ‚ohne Geschmacksverstärker‘ drauf. Wenn man aber auf die Zutatenliste schaut, dann ist zwar kein Geschmacksverstärker Glutamat drin. Aber Hefeextrakt oder Tomatenextrakt. Da ist auch viel Glutamat drin. Der Vorteil für den Hersteller ist dann, dass er kein ‚E‘ in den Namen drucken muss wie bei Glutamat – das ist E 621 – und es klingt eher harmlos.“

Verbraucher können sich vor irreführenden Etiketten schützen. Dazu reicht oft schon ein aufmerksamer Blick auf die Verpackung:

„Man sollte auf jeden Fall kritisch auf die Zutatenliste schauen. Und wenn man das Gefühl hat getäuscht zu werden, das Produkt eben nicht kaufen. Es hilft auch, sich beim Hersteller zu beschweren. Manche Anbieter ändern dann die Rezeptur.“

Auch die Verbraucherzentralen warnen vor den falschen Versprechen der Lebensmittel-Hersteller, berichtet die „Apotheken Umschau“. Sie fordern die Abschaffung der irreführenden Etiketten.

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