Bandscheibenvorfall: Orthesen helfen

Schmerzhaft und von Vielen gefürchtet ist er, der Bandscheibenvorfall. Er gehört zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Rund 20 % aller Krankschreibungen und 50% aller vorzeitig gestellten Rentenanträge pro Jahr beruhen auf bandscheibenbedingte Erkrankungen. In der Regel werden Bandschreibenvorfälle konservativ, das heißt mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten und im weiteren Verlauf mit Physiotherapie, behandelt. Bei schwerwiegenden Verläufen wird auch operiert. Orthesen allerdings werden – noch – viel zu selten eingesetzt. Völlig zu Unrecht, wie der Industrieverband eurocom meint.

In einem Fachartikel für die Mai-Ausgabe der Zeitschrift GesundheitsPROFI verweist die eurocom auf die Vorteile, die eine Therapie mit Orthesen hat. So entlasten Orthesen nachweislich die erkrankten Bereiche der Wirbelsäule. In der Akutphase, also direkt nach Auftreten des Bandscheibenvorfalls, wird die Wirbelsäule mit Hilfe der Orthese leicht nach vorne geneigt. Das nimmt den Druck von den betroffenen Bandscheiben. Der Patient nimmt eine entlastende Haltung ein. Seine Schmerzen werden dadurch erheblich reduziert. Im weiteren Verlauf der Behandlung muss der Patient nach und nach wieder in eine normale Körperhaltung zurückgeführt werden. Moderne Orthesen, die Schritt für Schritt abgerüstet werden können, machen dies möglich. Gleichzeitig kann der Patient mit den Orthesen auch physiotherapeutische Übungen durchführen.

Orthesen sind funktionssichernde, körperumschließende oder körperanliegende Hilfsmittel, die unter anderem
• stabilisieren,
• immobilisieren,
• mobilisieren,
• entlasten,
• korrigieren,
• fixieren und
• ausgefallene Körperfunktionen ersetzen.

Auch post-operativ machen Orthesen durchaus Sinn. Dadurch, dass sie dafür sorgen, dass der operierte Bereich ausreichend entlastet wird und ausheilen kann, kann die Rezidivrate nach Bandscheibenoperationen wirkungsvoll gesenkt werden.

Die Vorteile für Orthesen bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen liegen also auf der Hand: Die Patienten haben weniger Schmerzen, brauchen demzufolge weniger Schmerzmittel, sind deutlich schneller wieder mobil und kehren auch früher wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Orthesen helfen also auch, Kosten zu senken – für das Gesundheitssystem, aber auch für die Volkswirtschaft insgesamt. Die eurocom tritt deshalb dafür ein, dass der Einsatz von Orthesen bei Bandscheibenvorfällen in die Behandlungsempfehlungen aufgenommen und von den Krankenkassen generell vergütet wird.

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