Schlaganfall: Schnelle Behandlung und Rehabilitation ist das A und O

In Deutschland erleiden jedes Jahr über 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Allein in der Rhein-Main-Region sind jährlich rund 10.000 Menschen davon betroffen. Tendenz jeweils steigend: Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen bis 2050 um rund 70 Prozent anwachsen werden. Auch wenn immer öfter junge Menschen einen Schlaganfall erleiden, so ist es doch noch immer eine Erkrankung, die vor allem Ältere betrifft. „Das Schlaganfall-Risiko eines 75-Jährigen ist 100 mal höher als das eines 35-Jährigen“, erklärt Dr. med. Klaus Weil, Ärztlicher Direktor des Otto-Fricke-Krankenhauses und Chefarzt der Geriatrie.

„Hauptverursacher eines Schlaganfalls sind neben den arteriosklerotischen Risikofaktoren, also Rauchen, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, insbesondere Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern)“, so der Experte. „Aber auch angeborene Gefäßveränderungen oder Herzfehler können Gründe für einen Schlaganfall sein.“

Typische Anzeichen für einen Schlaganfall sind plötzlich eintretende Lähmungserscheinungen, ein herabhängender Mundwinkel, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen. „Sollten Sie bei Jemandem eines oder mehrere dieser Symptome wahrnehmen, dann rufen Sie sofort den Notruf 112“, rät Dr. Weil. „Denn je früher eine Behandlung und Rehabilitation in einem darauf spezialisierten Haus erfolgt, desto größer ist die Chance, nicht nur das Leben des Patienten zu retten, sondern auch bleibende Schäden zu minimieren.“

Das Otto-Fricke-Krankenhaus, mit Standorten in Wiesbaden und Bad Schwalbach, verfügt als zweitälteste geriatrische Fachklinik in Hessen über umfangreiche Erfahrung mit der Behandlung der Folgen von Schlaganfällen. „Die Behandlung in unserem Haus fokussiert auf ein Wiedererlernen sowie Neuerlernen verloren gegangener Fähigkeiten und Funktionen bzw. eine Kompensation im Falle bleibender Defizite. Durch eine möglichst früh beginnende, an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Patienten ausgerichtete Behandlung gilt es, die Erkrankungsfolgen und resultierenden Einschränkungen weitestmöglich zu beseitigen bzw. zu reduzieren und so die Selbständigkeit und Unabhängigkeit der Patienten in allen Aktivitäten des täglichen Lebens zu erreichen. Dazu steht ihnen ein interdisziplinär ausgerichtetes Team zur Verfügung“, so Dr. Weil.

Einen besonderen Schwerpunkt am Otto-Fricke-Krankenhaus bildet die Behandlung der nach einem Schlaganfall häufig auftretenden Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. „Gerade Schluckstörungen müssen schnell in den Griff bekommen werden, denn die dadurch ausgelösten Erkrankungen, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Schlaganfall-Patienten“, erklärt Dr. Weil. Zur optimalen Ergänzung des stationären Angebots in diesem Bereich, richtete das Otto-Fricke-Krankenhaus im Jahr 2009 am Standort in Wiesbaden eine Sprach-, Sprech- und Schluckambulanz ein und schloss auf diese Weise die bestehende Versorgungslücke für Patienten, bei denen im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung weitere therapeutische Maßnahmen erforderlich sind.

Notfall-Checkliste „Schlaganfall“:
• Symptome erkennen
Hat die Person plötzlich eintretende Lähmungserscheinungen, einen herabhängenden Mundwinkel, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel mit Gangunsicherheit und/oder starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen?

• Notarzt rufen
Stellen Sie eines oder mehrere der oben aufgeführten Symptome fest, dann verständigen Sie den Notarzt (112) und teilen Sie diesem bereits am Telefon Ihren Verdacht auf Schlaganfall mit. Je schneller der Betroffene in einer geeigneten Klinik behandelt wird, desto größer sind die Chancen, sein Leben zu retten und die Schlaganfall-Folgen zu minimieren.

• Mundhöhle leeren
Entfernen Sie alles aus dem Mundraum, was den Betroffenen in Erstickungsgefahr bringen könnte (zum Beispiel Essensreste oder Zahnprothesen).

• In stabile Seitenlage bringen
Sollte der Betroffene nicht mehr sitzen können, dann bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

• Beruhigen Sie den Patienten und bleiben Sie bei ihm bis der Notarzt kommt

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