Kinder vor schweren Stürzen schützen

Stürze stellen eine große Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder dar. Mehr als 123.000 Kinder unter fünf Jahren erleiden pro Jahr einen Sturzunfall, der ärztlich behandelt werden muss. Um Stürzen vorzubeugen, startet die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. die Kampagne „Laufen. Springen. Klettern. Sicher geht das!“ am heutigen Kindersicherheitstag 2011. Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr wendet sich die Aufklärungskampagne an Eltern, Kinder, Erzieherinnen und Erzieher. Die Kampagne läuft bis zum Jahr 2014.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sagt zum Start dieser Kampagne: „In den letzten Jahren haben wir in der Unfallprävention wichtige Erfolge erzielt. Weniger Kinder erlitten tödliche Unfälle. Aber dennoch ist gerade im Bereich Sturzprävention noch viel zu tun. Denn fast die Hälfte aller Kinderunfälle wird durch Stürze verursacht. Bei der Prävention von Stürzen geht es nicht darum, Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang einzuschränken. Denn wir wissen, Kinder mit großer Bewegungserfahrung sind besser vor Stürzen geschützt. Daher ist der Ansatz, die Fähigkeiten der Kinder zu stärken, genau richtig. Hier setzt die heute vorgestellte Kampagne an.“

Die meisten Unfälle ereignen sich im eigenen Zuhause. Schwere Stürze haben nach einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den meisten Fällen eine Schädel-Hirn-Verletzung für die Kleinen zur Folge. Außerdem sind sie nach Ersticken, Ertrinken und Wohnungsbränden die häufigste Todesursache bei kleinen Kindern und Säuglingen.

„Mit unserer Sturzkampagne wollen wir Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechen. Kinder sollen vielfältige Bewegungserfahrungen machen, ihr Umfeld bewusster wahrnehmen und Risiken einschätzen lernen. Erwachsene müssen für mögliche Sturzgefahren sensibilisiert werden“
, erklärt Dr. Stefanie Märzhäuser, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und Kinderchirurgin an der Berliner Charité: „Darüber hinaus ist es wichtig, dass Erwachsene unkalkulierbare Risiken vermeiden und mit Kindern sicheres Verhalten üben.“

Die BAG fördert die Aufklärungskampagne mit dem Infoblatt „10 Regeln gegen Stürze“, mit Sicherheitsinformationen zu Produkten, die an Sturzunfällen beteiligt sind, und mit Tipps zur Vermeidung von Sturzunfällen in den Social Media. Kindertagesstätten erhalten Arbeitshilfen für Kita-Aktionen, um das Thema Stürze in den pädagogischen Alltag einzubinden. Gleichzeitig sollen spielerische Angebote die Risikokompetenz von Kindern stärken, ihre motorischen Fähigkeiten fördern und das Gefahrenbewusstsein von kleinen Mädchen und Jungen schulen.

Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert durch Veröffentlichungen auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de und in ihrem Internetforum www.elternforum-kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Gemeinsam mit dem Hauptförderer Johnson & Johnson und unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

3 Gedanken zu „Kinder vor schweren Stürzen schützen“

  1. Also ganz ehrlich, ich kenne die Kampagne jetzt ja auch schon: Teilweise kommt es mir da so vor, als ob man als Elternteil für total dämlich gehalten wird – denn das es Eltern gibt, die nicht einmal das beherzigen können, was dort nahegelegt wird, kann ich kaum glauben.

    Denn das ist ungefähr so, als ob man darauf hingewiesen werden muss, dass man Fleisch auch anbraten kann und nicht nur roh essen muss. Natürlich ist eine Prävention wichtig, natürlich müssen Gefahrenquellen im Haushalt möglichst eingedämmt und beseitigt werden – aber jemand, der sein Kind bzw. Baby beispielsweise auf der Wickelkommode liegen lässt oder vor einer ungeschützten Treppe…

    Nun ja, dem hilft auch eine Aufklärung wenig, wenn der gesunde Menschenverstand hier nicht bereits vorher mal fruchtet…

  2. Hi Jenisa – ist genau meine Meinung, jedoch muss man bedenken, dass 80-90% der Bevölkerung ziemlich „unterbelichtet“ ist und genau wissen muss/soll wie man zu Leben hat 😉

  3. Na vielleicht sehe ich die Welt da noch zu positiv, aber selbst die Eltern, die ich im Bekanntenkreis habe und die mir und deren Erziehungsmethoden mir nicht sympathisch sind, würde ich nicht zu denen zählen, die so mancher bei der Entwicklung solcher Projekte im Hinterkopf hat.

    Letztendlich, Thema Elternführerschein, zäumt man damit das Pferd von hinten aus…

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