Wenn Alte das Trinken vergessen

Bei einem Viertel aller Krankenhauseinweisungen von älteren Patienten spielt die einfache Diagnose „zu wenig getrunken“ eine Rolle, schätzt der Altersmediziner Dr. Joachim Zeeh aus Meiningen. Der Organismus von Menschen über 70 steckt die Austrocknung des Körpers weit schlechter weg als der von Jüngeren. Angehörige und Betreuer sollten deshalb gerade an heißen Sommertagen ein Auge darauf haben, dass ältere Menschen genügend trinken – auch wenn denen nicht selten die Einsicht fehlt. Ein kleiner Trick: Einmal am Tag ein Tasse Brühe reichen.

„Die Suppe ist salzig und macht Durst“, erklärt Edeltraut Lintelow, Leiterin einer Sozialstation in Oberursel im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Da Senioren häufig kein Wasser mögen, ist Phantasie gefragt: Alkoholfreies Bier, Buttermilch, stark verdünnte Weinschorle zum Beispiel. Ultima Ratio kann eine Infusion sein. Gelegentlich ist dazu eine Krankenhauseinweisung nötig. Aber auch zuhause können der Pflegedienst oder geschulte Angehörige eine spezielle Art von Infusion unter die Haut legen. Bei nierenkranken und herzkranken Patienten ist Vorsicht geboten. Dann muss ärztlicher Rat eingeholt werden, um die Trinkmenge zu bestimmen.

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