Hygieneexperten schlagen Alarm: In Deutschland sterben bis zu 30 000 Menschen pro Jahr an Infektionen, die sie sich im Krankenhaus geholt haben. Viele Krankheitserreger sprechen nicht mehr auf die eingesetzten Antibiotika an. Die gefürchtete Antibiotikaresistenz hat sich rasant ausgebreitet. „Die Bombe ist scharf“, warnt Prof. Dr. Franz Daschner, ehemaliger Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Freiburg. Bei einem Expertengespräch war sogar davon die Rede, dass wir die Pest – den „schwarzen Tod“ – wieder kriegen könnten.

In Deutschland erhält jeder Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse im Durchschnitt 5,1 Tage im Jahr eine Antibiotikatherapie. Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika wichtig und oft lebensrettend. Viel zu oft kommen diese Medikamente aber auch bei akuten Atemwegsinfekten mit Schnupfen, Halskratzen, Husten oder Nebenhöhlenentzündung zum Einsatz, obwohl diese Erkältungskrankheiten in neun von zehn Fällen durch Viren ausgelöst werden – und da bringen Antibiotika praktisch nichts. Der unkritische Einsatz von Antibiotika fördert aber die Entwicklung antibiotikaresistenter Keime.

Um hier gegenzusteuern, haben Experten jetzt einfache „TOP 10-Ratschläge zur Antibiotikatherapie“ erarbeitet. Darin wird beispielsweise betont, dass Fieber allein kein Grund ist, ein Antibiotikum zu geben. Ausdrücklich heißt es: „Die meisten akuten Infektionen der oberen und unteren Atemwege werden durch Viren verursacht. Antibiotika sind in diesen Fällen nicht angezeigt.“ Also abwarten und Tee trinken? Nein, denn als sinnvolle Alternative bieten sich pflanzliche Arzneimittel mit antiinfektiven Eigenschaften an. Sie bekämpfen die eingedrungenen Erkältungsviren, stärken die körpereigenen Abwehrmechanismen gegen Krankheitskeime und haben sogar gewisse antibakterielle Effekte. Deshalb raten die Experten: „Bei leichten und mittelschweren Infektionen der Atemwege sollten möglichst Phytopharmaka mit dafür belegter Wirksamkeit eingesetzt werden.“

Die „TOP 10-Ratschläge zur Antibiotikatherapie“ finden sich auf der Homepage von viamedica – Stiftung für eine gesunde Medizin ( www.viamedica-stiftung.de ).

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