Täglich werden 20.000 Kinder in Entwicklungsländern Mütter

Jeden Tag bekommen in Entwicklungsländern 20.000 Mädchen unter 18 Jahren ein Kind – das sind jährlich 7,3 Millionen Mädchen. Zwei Millionen von ihnen sind noch nicht einmal 15 Jahre alt. Von den jährlich 680.000 Geburten unter 15- bis 19-Jährigen in Industrieländern entfällt etwa die Hälfte auf die USA. Das geht aus dem heute veröffentlichten UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2013 „Wenn Mädchen Mütter werden – Herausforderung Teenagerschwangerschaft“ hervor.

Frühe Schwangerschaften haben oft gravierende Folgen: Jedes Jahr sterben 70.000 Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren in Entwicklungsländern infolge von Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt – das sind fast 200 Mädchen täglich. Auch kommen Gesundheitsprobleme bei den jungen Müttern sowie Früh- und Totgeburten häufiger vor als bei älteren Frauen.

Mädchen fehlen grundlegende Rechte

„Weltweit steigt die Wahrscheinlichkeit einer frühen Schwangerschaft, wenn die Mädchen arm und wenig gebildet sind, wenn sie in einer ländlichen Region leben und wenn sie einer ethnischen Minderheit angehören“, sagt Werner Haug, Direktor beim Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). „Aber auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle und rauben den Mädchen ihre grundlegenden Rechte. Dazu zählen etwa die gesellschaftliche Akzeptanz von Kinderehen und sexualisierte Gewalt.“

„Die Rechte von Mädchen dürfen nicht länger mit Füßen getreten werden“, betont Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Die Vermeidung von Teenagerschwangerschaften kann nur dann erfolgreich sein, wenn Mädchen gleichberechtigt sind. Sie brauchen vor allem eine bessere Bildung, Zugang zu altersgerechter, umfassender Aufklärung und Verhütung, und sie brauchen bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Zudem muss das gesamte Umfeld der Mädchen einbezogen werden, das heißt ihre Familien, die Partner, Lehrer und politische Entscheidungsträger.“

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