Die Lust an der Angst – warum wir uns so gerne gruseln

Krimis stehen hoch im Kurs beim Publikum. Ob es der „Tatort“ am Sonntagabend ist, der Thriller auf dem Nachttisch oder die Geisterbahn auf dem Rummel: Die Menschen gruseln sich gern. „Angstlust“ nennen das Fachleute. Was man darunter versteht weiß Peter Kanzler, Chefredakteur der „Apotheken Umschau“:

„Angstlust heißt: Im Grunde weiß man, dass die Geschichte gut ausgeht. Die meisten Krimis haben einen bestimmten Spannungsbogen und fast immer siegt am Schluss das Gute, der Held überlebt, der Bösewicht kommt ins Gefängnis. Diese Mischung aus Spannung und Freude macht den Menschen einfach Spaß.“

Die Lust am Gruseligen lässt auch unseren Körper nicht kalt. Hormone schicken uns auf eine Achterbahn der Gefühle:

„Wir bekommen einen regelrechten Hormonrausch. Der Körper schüttet die Stresshormone Adrenalin und Kortisol aus. Diese machen wach und aufmerksam und bereiten uns auf einen möglichen Kampf vor. Auf dem Höhepunkt der Spannung kommt dann die Belohnung: Das Glückshormon Endorphin wird ausgeschüttet und sorgt für wohlige Entspannung.“

Erwachsene wissen, dass Krimis meistens gut ausgehen. Auch Kinder haben Freude an der Angst – in gewissen Grenzen:

„Kinder genießen generell gruselige Momente, etwa beim Versteckspiel. Wie viel Spannung Kinder aber vertragen, das hängt vom Alter und natürlich auch vom Entwicklungsstand ab. Vor dem Fernseher sollte man Kinder mit gruseligen oder Horrorfilmen generell nicht alleine lassen.“

Nicht für jeden eignet sich ein Krimi als Bettlektüre, berichtet die „Apotheken Umschau“. Wer danach von Alpträumen geplagt wird oder nicht einschlafen kann, der sollte abends besser weniger aufregende Bücher und Filme genießen.

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