Inneres Bauchfett erhöht vermutlich Krebsrisiko

Auch normalgewichtige Menschen haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn sie zu viel Fett im Bauchraum haben. Das lässt eine US-amerikanische Studie mit rund 1.900 Teilnehmern im Alter von 70 bis 79 Jahren vermuten. Die Mediziner bestimmten den Körpermassenindex (BMI) als Verhältnis von Gewicht zur Körpergröße, den Bauchumfang und das gesamte Fettgewebe der Senioren.

Mithilfe von Computertomographie wurde die Lage der Fettdepots im Bauchraum analysiert – unter der Haut oder viszeral innerhalb des Bauches. Im Alter kommt es häufig zu einer Neuverteilung des Fetts im Körper und zu einem Anstieg des viszeralen Fetts. Es sammelt sich an den Organen und ist sehr stoffwechselaktiv. Die Fettzellen am Bauch bilden deutlich mehr Botenstoffe und Hormone als gewöhnliche Fettzellen. Dazu gehören auch Substanzen, die Entzündungen fördern und über verschiedene Mechanismen das Krebsrisiko beeinflussen.

Die Probanden wurden für durchschnittlich 13 Jahre begleitet. In diesem Zeitraum erkrankten 617 Teilnehmer an Krebs – 224 an Formen, die durch Übergewicht begünstigt werden. Dazu gehören beispielsweise Brustkrebs, Darmkrebs, Krebs an Leber, Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse. Nach den Studienergebnissen wirken sich Fettdepots im Körper von Männern und Frauen unterschiedlich auf das Krebsrisiko aus. Bei Männern ist vor allem das viszerale Fett zu beachten. Männer mit viel Bauchfett erkrankten fast dreimal häufiger an übergewichtsabhängigen Krebsformen – unabhängig vom Körpermassenindex (BMI). Bei den Frauen hatte das viszerale Fett, aber auch der Anteil des gesamten Fettgewebes unabhängig von der Lage einen negativen Einfluss. Vermutlich ist diese Diskrepanz auf hormonelle Unterschiede zurückzuführen. Weitere Langzeitstudien wären notwendig, um dem Einfluss der Hormone auf die Spur zu kommen.

Zudem sei interessant, wie sich Veränderungen des Gewichts und des Fettanteils im Laufe des Lebens auf das Krebsrisiko auswirken, so das Wissenschaftler-Team rund um das National Institute of Aging.

Heike Kreutz, aid.de

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