Auch die reformierten Bewertungen des „Pflege-TÜVs“ werden heftig kritisiert

Die Qualität deutscher Heime und Pflegedienste ist top: Durchschnitts-Note 1,2 beziehungsweise 1,3. Doch das wollen viele nicht glauben. Solche Traumnoten widersprächen „jeder Lebenserfahrung“, kritisiert Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, in der „Apotheken Umschau“. Er hält die gerade in Kraft getretenen Änderungen für reine Kosmetik und steht damit nicht allein. Auch Jürgen Brüggemann, Fachgebietsleiter beim Medizinischen Dienst des Krankenkassen-Spitzenverbands, hält die Endnoten für „deutlich zu gut, weil alle Kriterien bei der Bewertung mit gleichem Gewicht in die Berechnung einfließen“.

Krankenkassen, Heime und Verbände haben die Kriterien und deren Gewichtung in Selbstverwaltung ausgehandelt – und offenbar niemandem wehgetan. Von den Parteien möchte nur Jens Spahn von der CDU erst einmal abwarten, ob sich das System nicht doch bewährt. Hilde Mattheis, SPD, will auf die Selbstverwaltungspartner „weiter politischen Druck ausüben“. Elisabeth Scharfenberg von den Grünen nennt das System absurd. „Damit werden nicht nur Qualitätsmängel, sondern vermutlich auch der sich verschärfende Fachkräftemangel verkleistert.“

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