Vitamin D – Nährstoff für die Knochen

Vitamin D spielt über die Regulation von Kalzium und Phosphor eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel sowie im Nieren- und Darmhaushalt. So ist ein niedriger Vitamin D-Status im Blutplasma mit geringerer Knochendichte und damit einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen verbunden – Stichwort Osteoporose. Immer mehr Studien zeigen, dass es offenbar auch mit einer Rückbildung des Zahnhalteapparates und chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Mellitus oder bestimmten Krebsarten assoziiert ist. Derzeit wird diskutiert, in welchem Bereich der Vitamin D-Gehalt im Plasma liegen sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geht hier von mindestens 50 nmol / L aus (gemessen als 25-Hydroxyvitamin D, 25(OH)D).

Wie hoch also sollte die tägliche Zufuhr sein, um diesen Status zu erreichen? Lagen die Empfehlungen früher bei zehn Milligramm täglich, so wurden sie vor kurzem deutlich erhöht auf 20 Mikrogramm (1 µg entspricht ca. 2,5 nmol) für alle Altersgruppen. Oft findet man auch die Angabe 800 IE (internationale Einheiten), da dies die übliche Einheit für die Gruppe der verschiedenen Vitamin D-Formen ist. Und: der Wert gilt nur bei fehlender körpereigener Synthese. Im Unterschied zu anderen Vitaminen, kann der Körper Vitamin D tatsächlich selber bilden.

Johanna Feichtinger vom Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB) sprach beim UGB-Ernährungssymposium im April 2014 dann auch von einem „Ausnahme-Vitamin mit Hormoncharakter“. Die aktive Form des Vitamins Calcitriol entstehe dabei über eine komplexe Reaktionskaskade und zwar zum größten Teil mit Hilfe des Sonnenlichtes aus der Haut. Hier sei dann eine der Hauptursachen für die erstaunlich weit verbreitete leichte Unterversorgung zu finden: Für die Synthese in der Haut sei UV-B-reiches Tageslicht vonnöten. Viele Menschen seien heute aber oft zu wenig draußen, so Feichtinger. Im Winter sei der Anteil an UV-B-Strahlen in unseren Breitengraden zu gering für die Umwandlung. Solange bis dieser wieder ausreichend angestiegen ist, müsse der Körper von seinem Sommerdepot zehren. In der Regel funktioniert das auch, wobei übrigens schon zehn Minuten Sonne täglich ausreichen.

Zusätzlich empfahl Feichtinger, auf ausreichende Zufuhr mit der Ernährung zu achten: Neben fettreichem Fisch, bei dem die Überfischung der Meere einem zu häufigen Verzehr entgegen stehe, gehörten unter anderem Eigelb, Butter, Käse, Avocado oder Champignons zu den Lebensmitteln mit einem relativ hohen Gehalt. Bei Risikogruppen könnte allerdings doch eine zeitweise Supplementierung sinnvoll sein – wie immer aber nur nach Absprache mit dem Arzt oder Ernährungsberater.

Bettina Pabel, www.aid.de

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