Unruhiger Schlaf? Welchen Einfluss der Mond auf uns hat

Wer in den letzten Tagen schlecht geschlafen hat, macht möglicherweise den Mond dafür verantwortlich. Denn vor einer Woche hatten wir Vollmond (Anm.: am 8.10.2014) und viele Menschen glauben, dass der Erdtrabant unser Leben beeinflusst. Meine Kollegin Petra Bröcker ist der Sache auf den Grund gegangen:

Mehr als 90 Prozent aller Deutschen glauben laut einer Umfrage, dass der Mond einen Einfluss auf unser Leben hat. Viele nehmen an, dass vor allem unser Schlaf durch die verschiedenen Mondphasen gestört wird. Ob das stimmt, dazu habe ich mit Hans Haltmeier gesprochen, dem Chefredakteur der „Apotheken Umschau“:

„Es gibt tatsächlich einige Studien, die nahelegen, dass der Mond Einfluss auf den Schlaf haben könnte. Die leiden jedoch in der Regel darunter, dass sie kleine Teilnehmerzahlen haben oder dass objektive Methoden wie Schlaf-EEGs fehlen. Eine aktuelle Studie aus dem Max-Planck-Institut hat auf sehr umfangreiches Datenmaterial zurückgegriffen, ungefähr tausend Versuchspersonen. Und das Ergebnis war: der Mond stört den Schlaf nicht!“

Wie kann es sein, dass so viele Menschen von etwas überzeugt sind, das offensichtlich falsch ist?

„Wer häufiger schlecht schläft, der sucht natürlich nach Erklärungen und wenn man so wachliegt und den Vollmond sieht, dann kann man ihn schnell für die Ursache halten. Schlafmangel kann ja durchaus an dem hellen Mondlicht liegen, aber meist sind es andere Faktoren, die zugrundeliegen: Stress, Lärm, zu viel Alkohol oder eben auch zu spätes Essen.“

Der Himmelskörper wird nicht nur für Schlafstörungen verantwortlich gemacht, sondern auch für vieles andere:

„Der Mond soll für ganz viele Dinge verantwortlich sein. Unter anderem soll es mehr Geburten geben, Operationen sollen komplizierter verlaufen. Er soll für Lust und Liebe verantwortlich sein, Gewalt, Alkoholkonsum, schlechte Frisuren. Nachweisbar durch wissenschaftliche Studien ist das alles nicht.“

Auf manche Tiere hat der Mond durchaus Einfluss, schreibt die „Apotheken Umschau“. So ist zum Beispiel nachgewiesen, dass sich bestimmte Meereswürmer beim Paarungsverhalten nach dem Mond richten. Auf uns Menschen ist sein Einfluss aber, wie gehört, sehr begrenzt, auch wenn er unsere Fantasie immer wieder anregt.

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