Die Kindheit nicht mit Lernprogrammen überfrachten

Förderkurse für Babys, Forscher-Projekte in der Kita: Vielerorts werden schon die Kleinsten fit gemacht für künftige Anforderungen im Leben. Der Kinderarzt und Fachbuchautor Dr. med. Herbert Renz-Polster sieht das kritisch: „Die Kindheit ist für mich keine Strecke, auf der man sich für zukünftige Jobs warmläuft“, erklärt er im Apothekenmagazin „Baby und Familie“. Er sieht bei vielen heutigen Eltern ein Paradox: „Die Generation, die selbst vom Burn-out bedroht ist, legt bei ihren Kindern Kohlen nach, um das Leistungsfeuer noch mehr anzufachen.“

Die Kindheit sei die Zeit, die eigene Persönlichkeit, Stärke und Kreativität zu entwickeln. „Dafür brauchen Kinder zunächst funktionierende, verlässliche Beziehungen, in denen sie sich sicher und geborgen fühlen.“ So könnten sie sich bewähren, Grenzen testen, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit entwickeln. Renz-Polster: „Das kann man nicht durch noch so kluge Hochleistungsdidaktik in die Kinder hineinmanövrieren.“

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