Vom Winterschlaf der Tiere wollen Forscher für die Medizin lernen

Zwei bis drei Pulsschläge pro Minute, eine Stunde nicht atmen, die Körpertemperatur auf ein Grad senken – und nach Wochen oder Monaten binnen einer Stunde munter wieder aufwachen. Diese faszinierenden Fähigkeiten winterschlafender Tiere versuchen Forscher zu begreifen und für die Medizin nutzbar zu machen. „Menschen in eine Art Winterschlaf zu versetzen ist wahrscheinlich gar nicht so schwer“, sagt der Winterschlaf-Forscher Dr. Robert Henning von der Universität Groningen (Niederlande) in der „Apotheken Umschau“.

„Die größere Herausforderung besteht sicher darin, sie unbeschadet wieder zurück zu holen.“ Manchmal könnte eine Art Winterschlaf Leben retten, zum Beispiel bei Atemnot, einem Herzinfarkt oder einer schweren Verletzung. Mediziner interessieren sich dafür, warum Bären trotz monatelangen Liegens ihre Muskulatur behalten, während Astronauten im All stark abbauen. Wie ein winterschlafendes Tier zum Mars zu fliegen würde Nahrung und Sauerstoff sparen. Auch bettlägerige Patienten könnten von der Bären-Technik profitieren. Doch bisher sind noch viele Rätsel des Winterschlafs ungelöst.

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