Männer trinken riskanter als Frauen

Jedes Jahr sterben mindestens 74.000 Menschen an den Folgen von Alkoholmissbrauch oder Alkohol und Tabak kombiniert. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2015 hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung kürzlich vorgestellt hat.   Jeder Deutsche konsumiert durchschnittlich 9,6 Liter reinen Alkohol im Jahr. Rund 9,5 Millionen Menschen trinken in einem gesundheitlich riskanten Ausmaß. Das bedeutet mehr als 12 g Reinalkohol pro Tag für Frauen und mehr als 24 g für Männer. Ein kleines Glas Bier enthält z. B. etwa 10 g Alkohol, ein Achtel Glas Wein 11 g. Bei etwa 3,4 Millionen Erwachsenen bis 64 Jahren liegt eine Alkoholabhängigkeit oder ein Alkoholmissbrauch vor, zeigen Zahlen des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA).

Nach der letzten Erhebung aus dem Jahr 2012 haben nur 3,6 Prozent noch nie Alkohol konsumiert, weitere 9,8 Prozent lebten im vergangenen Jahr abstinent. Bei jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 24 Jahren sind auf der einen Seite die Abstinenzraten am höchsten. Wer jedoch in diesem Alter Alkohol konsumiert, zeigt besonders problematische Trinkmuster. Im Jahr 2012 tranken 19,2 Prozent der jungen Männer und 12,8 Prozent der jungen Frauen als riskant geltende Alkoholmengen. Generell haben Männer gegenüber Frauen ein erhöhtes Risiko für Rauschkonsum. Rauschtrinken wird definiert als mindestens einmal im Monat sehr oder mehr alkoholische Getränke bei einer Gelegenheit.

Nach der Studie zur „Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ hat sich der Anteil der Jugendlichen, die jemals Alkohol getrunken haben, von 62,8 auf 54,4 Prozent verringert. Ein riskanter Konsum ist bei 15,8 Prozent zu beobachten, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent. Ein positiver Trend ist, dass bei 10- bis 20-Jährigen die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund einer Alkoholvergiftung zurückgegangen ist. Im Jahr 2013 waren es mit 23.267 Fällen knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Heike Kreutz, www.aid.de

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