Nach der Menopause – Gewichtsveränderungen und Knochenbruchrisiko

Nach der Menopause haben Frauen bei deutlichen Gewichtsveränderungen offenbar ein höheres Knochenbruchrisiko, wobei die Körperregionen unterschiedlich betroffen sind. US-amerikanische Wissenschaftler hatten Daten der Women’s Health Initiative (WHI) mit über 120.000 Teilnehmerinnen nach der Menopause ausgewertet.  Man spricht von der Menopause, wenn die Regelblutung zwölf Monate ausgeblieben ist. Die gesunden Frauen waren zu Studienbeginn 50 bis 79 Jahre alt und wurden für einen Zeitraum von durchschnittlich 11 Jahren begleitet. Sie machten unter anderem Angaben zum Body-Mass-Index (BMI), Alkoholkonsum, zur körperlichen Aktivität sowie zum Kalzium- und Vitamin-D-Spiegel. Jedes Jahr wurden das Körpergewicht und Frakturen der oberen Gliedmaßen (Hand, Handgelenk, Ellbogen, Oberarm, Schulter), der unteren Extremitäten (Fuß und Knöchel, Knie, Oberschenkel) und des zentralen Körpers (Hüfte, Becken, Wirbelsäule) protokolliert.

Frauen, die drei Jahre nach Studienbeginn mindestens fünf Prozent ihres Anfangsgewichts verloren hatten, hatten bis zum Ende des Beobachtungszeitraums ein um 65 Prozent höheres Risiko für Hüftfrakturen und zu neun Prozent häufiger Knochenbrüche der oberen Gliedmaßen. Zentrale Körperfrakturen traten im Vergleich zu Frauen mit einem stabilen Körpergewicht mit einer um 30 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit auf, schreiben die Autoren im Britischen Ärzteblatt (BMJ).

Eine Gewichtszunahme stand mit einem erhöhten Risiko für Frakturen der oberen (plus 10 %) und der unteren Extremitäten (plus 18 %) in Zusammenhang. Bei den zentralen Frakturen gab es keinen nachweisbaren Unterschied. Eine ungewollte Gewichtsabnahme, die etwa durch schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs begründet sein kann, führte zu einem höheren Risiko für Hüft- (plus 33 %) und Wirbelsäulenbrüche (plus 16 %). War der Gewichtsverlust durch eine Diät bewusst herbeigeführt, stieg die Wahrscheinlichkeit für Frakturen der unteren Extremitäten um elf Prozent. Hüftfrakturen traten seltener auf (minus 15 %).

Der Einfluss des Körpergewichts auf das Risiko für Knochenbrüche ist vielschichtig, erklären die Wissenschaftler. Auch das Ausgangsgewicht scheint von Bedeutung zu sein. Wenn Frauen aufgrund einer Diät an Gewicht verlieren, waren sie häufig zuvor übergewichtig, was die unteren Extremitäten belastet. Chronische Erkrankungen führen unter Umständen zu einem Verlust an Knochenmasse, was das erhöhte Risiko für Frakturen der Wirbelsäule erklären würde. Diese Vermutungen müssen jedoch durch weitere Untersuchungen untermauert werden.

Heike Kreutz, aid.de

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