Warum weinen wir, wenn die Emotionen hochkochen?

Durchtrainierte Sportler sitzen weinend auf dem Rasen, weil sie das Fußballfinale verloren haben und Hochzeitsgäste vergießen Tränen der Rührung. Das kann wohl jeder nachvollziehen, nur, warum weinen wir eigentlich, wenn die Emotionen hochkochen? Forscher haben nachgewiesen, dass sich emotionale Tränen von Reflextränen in ihrer Zusammensetzung tatsächlich unterscheiden. Haben die Wissenschaftler inzwischen auch herausgefunden, warum wir überhaupt weinen, haben wir Irmela Manus, stellvertretende Chefredakteurin von Apotheken Umschau Online gefragt:

Da sind sich die Experten nach wie vor nicht einig, welchen biologischen Zweck es hat, bei Trauer, Wut oder Freude zu weinen. Eine Gruppe von Forschern war der Ansicht, dass es eine Art Schutzreaktion des Körpers ist und zum Stressabbau dient. Andere gehen eher davon aus, dass das Weinen eine Form des Sozialverhaltens und der Kommunikation ist.

Nachgewiesen ist aber, dass Frauen bis zu 64 Mal im Jahr weinen, Männer höchstens 17 Mal. Stellt sich die Frage: Warum weinen Frauen öfter als Männer?

Das gilt nur für Erwachsene, bis zur Pubertät weinen Mädchen und Jungen ungefähr gleich viel. Die Hormone scheinen die Unterschiede bei Erwachsenen eher nicht zu erklären. Man könnte also schließen, dass Tränen etwas mit Erziehung, Kultur und Geschlechterrollen zu tun haben.

Und es gibt die Reflextränen, die man vergießt, wenn man etwas ins Auge bekommen hat:

Wenn zum Beispiel ein Sandkorn oder ein kleines Insekt ins Auge gelangt, produziert der Körper Tränen, um den Fremdkörper möglichst schnell wieder aus dem Auge rauszuspülen. Wenn das gelungen ist, versiegen auch die Tränen wieder.

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