Worauf achten beim Schulranzen-Kauf?

Schulkinder müssen sicher durch den Straßenverkehr kommen. Eltern sollten daher auch beim Kauf von Schulranzen auf Sicherheit, Ergonomie und robustes Material achten. „Inzwischen können die Hersteller von Schulranzen reflektierende und fluoreszierende Flächen in tolle Motive integrieren, die sehr gut bei Kindern ankommen“, sagt Achim Sadenwater, Experte bei TÜV Rheinland.

Er empfiehlt Schulranzen, deren Flächen vorn und an den Seiten zu mindestens zehn Prozent aus retroreflektierendem Material bestehen. Diese Beschichtung strahlt zurück, wenn sie angeleuchtet wird. Weitere 20 Prozent der Schulranzenfläche sollten fluoreszierende Materialien aufweisen, die Licht speichern und es nur langsam wieder abgeben. „Es ist wichtig, dass Eltern beim Kauf genau hinschauen, womit sie ihre Kinder ausstatten“, so Dieter Knape, Experte für Schulranzen bei TÜV Rheinland. Ein wichtiger Hinweis für Sicherheit ist neben dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, wenn das Produkt der DIN 58124 entspricht. Denn dann ist eine der wichtigsten Sicherheitseigenschaften, die Tag- und Nachtsichtbarkeit, gewährleistet.

Schulranzen an Kinderrücken anpassen

Kinderrücken sind empfindlich. Der richtige Schulranzen hilft, den Rücken der Schulkinder gesund zu halten. Er besitzt – den ergonomischen Anforderungen entsprechend – Tragegurte auf beiden Seiten, die mindestens 30 Millimeter breit sind und am Hals nicht einschneiden. Um den Schulranzen komfortabel auf die kleinen Besitzer einzustellen, sind die Tragegurte 50 Zentimeter lang, stufenlos verstellbar und im Schulterbereich weich gepolstert. Wegen der besseren Sichtbarkeit wird auch an den Schultergurten retroflektierendes Material verlangt. Der Ranzen sitzt perfekt, wenn er an beiden Schulterblättern anliegt, während die Oberkante der Schultasche mit der Schulterhöhe abschließt. Damit er fest am Rücken sitzt, sollten schwere Bücher im hinteren Fach verstaut sein.

Gut sichtbare Schulranzen verringern Unfallrisiko

Ein Schulranzen darf keine scharfen Ecken und Kanten aufweisen, das Material nicht brechen und reißen und die gesetzlichen Grenzwerte der verwendeten Materialien müssen eingehalten werden. „Rund 90 Prozent der produzierten Schulranzen entsprechen nicht der Norm“, sagt Dieter Knape, Leiter des TÜV Rheinland-Prüflabors Leipzig. Ein Sicherheitsrisiko ist die verringerte Tagsichtbarkeit auf Grund von fehlendem oder zu geringem fluoreszierendem Material. „Die meisten Schulwegunfälle passieren in den Wintermonaten. Ein gut sichtbarer Schulranzen verringert das Risiko ganz erheblich.“ Ist der Schulranzen mit dem Zertifizierungszeichen „DIN-Geprüft“ oder mit dem Prüfzeichen von TÜV Rheinland gekennzeichnet, erfüllt er alle wichtigen Merkmale.

Schulrucksäcke müssen richtig sitzen

Werden die Kinder älter, tendieren sie anstelle von Schulranzen eher zu Rucksäcken, die sich sowohl für die Schule als auch für die Freizeit eignen. „Ab einem bestimmten Alter steht bei den Kindern dann eher Design als Sicherheit und Funktion im Vordergrund“, erklärt der TÜV Rheinland Experte. „Viele der Rucksäcke erfüllen aber nicht die Sicherheitsfunktionen, die ein Schulranzen besitzt.“ Dies gilt vor allem für das Vorhandensein von reflektierenden und fluoreszierenden Flächen und in Bezug auf die ergonomischen Anforderungen. So sind viele Rucksäcke nur aus Stoff und ohne verstärkende Elemente. Wenn der Rucksack nicht richtig getragen wird, kann es zu Haltungsschäden kommen. „Ältere Schüler stellen die Gurte des Rucksackes oft ganz weit ein. Dadurch drücken dann die Bücher und Schulutensilien direkt auf die Wirbelsäule. Sind sie im Gegenteil zu stramm eingestellt, gleichen Schulkinder die Belastung automatisch aus, indem sie nach vorne gebeugt gehen“, führt Dieter Knape von TÜV Rheinland aus. „Der richtige Sitz ist daher bei Rucksäcken für ältere Kinder sehr wichtig: Er sollte immer eng am Körper getragen werden, um ergonomische Beeinträchtigungen zu vermeiden.“

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