Bauchspeicheldrüsenkrebs: Individuelle Therapie verbessert Heilungschancen

Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der tödlichsten Erkrankungen* weltweit. Als Referenzzentrum für chirurgische Erkrankungen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und als onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft ist das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) auf Diagnostik und Behandlung dieser Krebserkrankung spezialisiert. Der Patient erhält Beratung, Therapie und Nachsorge aus einer Hand und auf universitärem Spitzenniveau.

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+++ Therapie kombiniert alle Möglichkeiten +++

„Bei uns wird keine Patientin und kein Patient aufgegeben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Wolfram Trudo Knoefel, Direktor der Chirurgischen Klinik am UKD. „Heute werden Krebspatienten nicht mehr in einem einzelnen Fachgebiet behandelt, sondern sie erhalten eine Therapie in mehreren Schritten durch verschiedene Fachbereiche, die genau auf ihre Erkrankung abgestimmt ist. Dabei werden alle zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten wie Chirurgie, Immuntherapie oder Chemotherapie sinnvoll ausgenutzt.“ Für eine qualifizierte Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs arbeitet die chirurgische Klinik eng zusammen mit dem Team der inneren Medizin und weiteren spezialisierten Instituten am UKD. „Für die Diagnostik des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind Ultraschall, Computertomographie und Kernspintomographie, aber auch die sogenannte orale Endosonographie wichtig“, weiß Univ.-Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am UKD. „Bei der oralen Endosonographie wird ein Ultraschall der Bauchspeicheldrüse über eine Magenspiegelung durchgeführt.“ Operation und Chemotherapie sind häufig die nächsten Schritte.

Besonders anspruchsvoll ist die chirurgische Behandlung, wenn ein Tumor als nicht mehr operabel eingestuft wird. Wenn er z.B. zu groß ist, um vollständig entfernt zu werden oder wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Dann kann eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie sinnvoll sein. Dabei wird vor der Operation eine Chemotherapie verabreicht, die das Potential hat, den Tumor zu verkleinern und so eine Operation doch noch zu ermöglichen. „Wir haben in unserem interdisziplinären Pankreaszentrum vor etwa acht Jahren angefangen, Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lebermetastasen eine neoadjuvante Chemotherapie zu geben. Einige Patienten sprachen exzellent an und wurden anschließend erfolgreich operiert“, so Prof. Knoefel.

+++ Forschung sucht nach Tumorzellen im Blut +++

Trotz erfolgreicher Operation entwickeln einige Patienten ein Rezidiv und Metastasen. Auf dieses Phänomen konzentriert sich die Forschungsarbeit der Düsseldorfer Chirurgen: „Unsere Interpretation ist, dass sich einzelne Zellen vom Tumor ablösen und im Knochenmark, in der Blutzirkulation oder in den Lymphknoten überdauern und nach einer gewissen Zeit zu tumorösen Herden heranwachsen“, erläutert Prof. Knoefel. Die Zahl dieser sogenannten disseminierten Tumorzellen (zirkulierende Tumorzellen) im Blut ist sehr gering. Deshalb reichern die Düsseldorfer Forscher diese Zellen an, um sie anschließend über molekularbiologische Methoden aufzuspüren und zu charakterisieren. Das Ziel: Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und ihnen eine optimierte Therapie anzubieten.

+++ Universitätstumorzentrum: Medizin auf höchstem Niveau +++

Im Universitätstumorzentrum (UTZ) werden hohe Qualitätsstandards und aktuelle Leitlinien, aber auch neueste Ergebnisse aus der Krebsforschung bei der Tumortherapie berücksichtigt. „Für alle Arten von Tumorerkrankungen haben wir Spezialisten, die eng zusammenarbeiten“, so Prof. Knoefel. Zusätzlich verfügt das UTZ über eine Tumorbank (Biomaterialbank), in der die Operationspräparate aus verschiedenen Kliniken unter einem Dach für Forschungsprojekte gelagert werden. Dabei forschen die Düsseldorfer Mediziner an molekularen Diagnoseverfahren, die es auf der Basis einer DNA-Sequenzierung erlauben, die in einem Tumor möglicherweise vorliegenden genetischen Mutationen zu entdecken. Aus den Ergebnissen können die Mediziner Empfehlungen für eine personalisierte und individualisierte Behandlung ableiten.

* Hintergrundinformation: Bauchspeicheldrüsenkrebs

Weltweit sterben jährlich ca. 330.000 Frauen und Männer an dieser Tumorerkrankung, in Deutschland sind es jährlich ca. 16.600 Todesfälle. Auch Prominente wie Luciano Pavarotti, Patrick Swayze und Steve Jobs haben den Kampf gegen diesen Krebs nach kurzer Zeit verloren. Da der Krebs der Bauchspeicheldrüse zu Beginn keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung oft erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt.

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